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24. Mai 2017

Silphie verändert die Energie-Landschaft - LEADER-Projekt fürs ganze Allgäu!

Mehr Vielfalt in der Energielandschaft mit Durchwachsener Silphie!

Der Samen ist gelegt. Wortwörtlich. Auf insgesamt 10 Ackerflächen in allen vier Allgäuer Landkreisen ist jetzt das LEADER-Projekt „Mehr Vielfalt in der Energielandschaft mit Durchwachsener Silphie“ gestartet. Unter der Leitung des Vereins renergie Allgäu und begleitet von den vier Allgäuer Landkreisen sowie den örtlichen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten werden in den kommenden drei Jahren Erfahrungen mit der nordamerikanischen Energiepflanze gesammelt. Ziel ist es, eine ähnlich ertragreiche und gleichzeitig ökologisch wertvolle Ergänzung oder Alternative zum Mais zu entwickeln.

Den Anfang hatte Biogas-Landwirt Helmut Miederer aus Buchloe gemacht. Bislang hatte der Ostallgäuer Biogas-Landwirt auf seiner 3,3 ha großen Ackerfläche westlich der Buchloer Umgehungsstraße Getreidepflanzen und Hülsenfrüchte zur Biogasgewinnung geerntet – jetzt säte er hier im Rahmen des LEADER-Projektes erstmals die "Durchwachsene Silphie". Ein Jahr dauert es, bis sich der langsam wachsende Korbblütler fest im Boden verwurzelt hat. Erst im zweiten Spätherbst kann die Nutzpflanze dann auch geerntet werden. Und das dann ohne weitere Nachsaat bis zu 15 Jahre lang.

Um den Ertragsausfall im ersten Jahr zu reduzieren startet das Projekt mit einer Mischsaat. Zwischen den Silphie-Reihen wird jeweils eine Reihe Mais gepflanzt. Dadurch reduziert sich auch das Unkraut, das die Silphie in ihrem Wachstum beeinträchtigen kann. Ab dem zweiten Jahr ist kein Maisanbau mehr nötig. So aufwendig und kostspielig die Ansaat auch ist – in den Folgejahren macht die Silphie bei vergleichbarem Ertrag deutlich weniger Aufwand und Arbeit.Anbautafel Leader Silphie DruckENTWURF

Die Dauerkultur Silphie wird bis zu drei Metern hoch und trägt von Juli bis September gelbe asternartige Blüten, die auch eine wichtige Nahrungsquelle für Honigbienen und andere Insekten darstellen. Gleichzeitig sorgt sie mit ihren starken Ballenwurzeln für eine gute Verankerung im Boden, fördert die Humusbildung und beugt Erosionsschäden zum Beispiel nach Starkregen vor. „Wir erwarten uns von diesem Projekt, eine ökologische wie auch ökonomische Lösung für eine vielfältige und blütenreiche Energielandschaft im Allgäu zu finden“, so Projektleiter Richard Mair, Vorsitzender des Vereins renergie Allgäu.

Insgesamt beteiligen sich acht Landwirte aus allen vier Landkreisen mit in der Summe 15 Hektar Ackerflächen an dem auf drei Jahre angelegten Projekt. So können möglichst alle geologischen und klimatischen Bedingungen des Allgäus berücksichtigt werden. Im Ostallgäu gehören neben Helmut Miederer auch Johann Neth aus Ruderatshofen und Maria Rauch aus Beckstetten zur Projektgruppe. Das Unterallgäu ist mit den Landwirten Uwe Rehm (Frickenhausen), Günther Hartmann (Hawangen) und Carl Munding (Pless) vertreten. Im Oberallgäu beteiligt sich Frank Bodenmüller aus Lauben, im Landkreis Lindau hat Johannes Schneider aus Hergensweiler eine Fläche zur Verfügung gestellt. Überall hier wurde in den letzten Tagen bereits die Mischsaat Silphie/Mais ausgebracht.

Alle Felder wurden auch schon vor Beginn des LEADER-Projekts als Ackerfläche (meist für Maisanbau) genutzt. Das war eine der Voraussetzungen für die Teilnahme. Denn auch das Silphie-Projekt soll nichts am sogenannten „Umbruch-Verbot“ ändern, betont Richard Mair. „Grünland muss Grünland bleiben“, legt der renergie-Vorsitzende großen Wert auf den Schutz der Allgäuer Landschaft.

Infokasten:

Silphie

Die Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum) gehört zu den Korbblütlern und stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie gilt als sehr robuste Energiepflanze mit ähnlich hohem Biomasseertrag wie Mais. Ab dem zweiten Jahr kann Silphie ohne Nachpflanzungen oder größere Pflegemaßnahmen über mehrere Jahre hinweg geerntet werden.

LEADER-Projekt

Das Projekt „Mehr Vielfalt in der Energielandschaft mit Durchwachsener Silphie“ wird getragen vom Verein renergie Allgäu mit Sitz in Kempten und erstreckt sich auf alle vier Allgäuer Landkreise. Drei Jahre lang werden hier auf insgesamt 15 Hektar Ackerflächen von acht verschiedenen Biogaslandwirten Anbau, Wachstum, Pflege und Ernteerträge der Durchwachsenen Silphie betreut, beobachtet und ausgewertet. Projektpartner sind neben den Landwirten alle vier Allgäuer Landkreise, das bayerische Beratungsnetzwerk „LandSchafftEnergie“ sowie die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Allgäu.



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