Apell „Bürgermeister für die Energiewende“


Letzten Herbst haben sich, angestoßen von BUND und LEE, einige Bürgermeister getroffen, um sich in einem Appell für mehr Klimaschutz und für die Energiewende auszusprechen und gleichzeitig die dafür nötigen Rahmenbedingungen einzufordern. Den Appell “ Unsere Gemeinden mit der Energiewende stärken“ mit den mittlerweile 40 Unterstützern findet ihr hier:

Appell_UnsereGemeindenMitDerEnergiewendeStärken_08.01.2020

Aktuell konzentrieren sich die Rückmeldungen der Bürgermeister stark auf den Landkreis Landsberg und rund um den Starnberger See. Der Rücklauf zeigt aber, dass viele Bürgermeister diesen Appell unterstützen – im Landkreis Landsberg z.B. 22 von 29 und damit 75%! Der Erfolg ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass Erwin Karg, 1. Bgm Fuchstal, das Thema bei der Bürgermeisterdienstbesprechung zur Sprache gebracht und dort gleich Unterschriften gesammelt hat.

Also: Viele Kommunen, Kommunalpolitiker und Bürgermeister in Bayern sind für die Energiewende und möchten diese gerne umsetzen. Diese Stimmen werden zum Teil aber nicht gehört, da u.a. Aussagen von Städte- und Gemeindetag gegenüber der Landespolitik eher das Gegenteil vermuten lassen. Es ist enorm wichtig, der Politik zu zeigen, dass die Kommunen hinter einer Energiewende mit Windenergie stehen!

 

Wer unterzeichnen will, sendet einfach eine Mail mit

  1. Einer kurzen Bestätigung „Ich/Wir unterstützen den Appell „Unsere Gemeinden mit der Energiewende stärken“ und
  2. Dem Namen und der Position des Unterzeichners und der Bezeichnung der Kommune

an info@renergie-allgaeu.de

 

Am 17.02.2020 wird der Appell der Öffentlichkeit vorgestellt. Dazu sind alle Unterzeichner herzlich nach Fuchstal zu einer Veranstaltung mit Fototermin und Presse mit anschließendem Mittagessen eingeladen. Weitere Infos dazu versenden wir rechtzeitig an die Unterstützer.

Förderungen im Gebäudebereich geändert ab 2020


Die staatlichen Förderbedingungen für die energetische Modernisierung von Wohngebäuden waren seit März 2015 unverändert geblieben. Obwohl die verfügbaren Zuschüsse und Kredite durchaus nicht schlecht waren, wurde die gewünschte Modernisierungsquote niemals auch nur annähernd erreicht. Jetzt reagieren die Fördergeber und präsentieren zum Jahresbeginn 2020 Neuerungen.

Seit Jahren musste es als unsinnig angesehen werden, wenn der Einbau neuer Öl- und Gasheizanlagen in Wohngebäuden über die KfW-Programme 151/152 und 430 (Bestandssanierung) gefördert wurde. Seit diesem Jahr ist das endlich beendet worden. Überhaupt wird die Bezuschussung von Heizanlagen für Erneuerbare Energien fast vollständig auf das BAFA verlagert und deutlich verbessert. Die bisherigen Festbetragszuschüsse werden durch prozentuale ersetzt und erhöht. Insbesondere mit der Austauschprämie für alte Ölheizungen ergibt sich eine Förderquote bis zu 45 Prozent. Allerdings darf die Heizung noch keiner gesetzlichen Austauschpflicht unterliegen, die nach 30 Betriebsjahren eintritt.

In der KfW-Fördersystematik entfallen endlich die Förderungen von Einzelmaßnahmen für Öl- oder Gas-Brennwert-Heizungen. Die Maßnahmen für Heizungspaket und Lüftungspaket entfallen ebenso. Im Neubau kann ein Effizienzhaus mit Ölheizung nicht mehr gefördert werden.

Die Fördersätze steigen insgesamt um 10 bis 12,5 Prozent. Es gibt künftig auch keine unterschiedlichen Fördersätze mehr für Darlehen und Direktzuschüsse. Die Obergrenzen steigen um 20.000 Euro.

Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte:

per Email unter info@renergie-allgaeu.de

oder telefonisch unter 0831-52 62 68 0-0.

 

CO2-Preis startet ab 01.01.2021 mit 25 € je Tonne!


Im Dezember einigten sich Bund und Länder im Vermittlungsausschuss darauf, den CO2-Preis ab Januar 2021 auf zunächst 25 Euro festzulegen. Danach steigt der Preis in Fünf-Euro-Schritten bis zu 55 Euro im Jahr 2025 an. Für das Jahr 2026 soll ein Preiskorridor von mindestens 55 und höchstens 65 Euro gelten. Das eingenommene Geld soll zur Entlastung der EEG-Umlage verwendet werden.

Renergie begrüßt die Erhöhung des CO2-Einstiegspreises, auch wenn ein noch höherer Einstiegspreis von 40 – 50 € angesichts der Dringlichkeit der Lage besser gewesen wäre. Nach wissenschaftlicher Fachmeinung wird ein ausreichend hoher CO2-Preis ab etwa 60 € je Tonne anfangen, eine automatische Steuerungswirkung für den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu entfalten. Wir erhoffen uns, dass dadurch die Energiewende zum Selbstläufer wird und sich mehr Preisgerechtigkeit gegenüber den fossilen und atomaren Energieträgern einstellt, deren extreme Folgekosten bisher externalisiert, also nicht eingepreist wurden. Ein Pferdefuß: Durch die geplante Entlastung der EEG-Umlage aus dem CO2-Preis könnte das EEG unter das EU-Subventionsrecht fallen. Dies wäre schädlich und muss dringend juristisch geklärt und notfalls durch einen anderen Erstattungsmechanismus ersetzt werden.

„Trotzdem: Wir dürfen nicht vergessen, dass allein konkrete Effizienzsteigerung, konkrete Einsparung und – besonders wichtig – der schnelle Ausbau der Erzeugungskapazität aller Erneuerbaren Energieträger den weiteren Anstieg der Treibhausgasgehalte verlangsamen kann. Diese dezentralen Lösungen wurden und werden auch in Zukunft vielfach von Bürgern umgesetzt werden müssen, vor Allem weil die Bürger und ihre Kommunen die Flächen besitzen, die zur Energieerzeugung nötig sind. Und die Bürger sollen auch das „Herz“ der Energiewende bleiben, um die Akzeptanz und die regionale Wertschöpfung hoch zu halten, denn ohne diese kann die alternativlose Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien nicht gelingen!“

 

Florian Weh
Geschäftsführer renergie Allgäu e. V.

Das Europaparlament hat heute mit großer Mehrheit den „Klimanotstand“ ausgerufen


Kommentar zu: Das Europaparlament hat heute mit großer Mehrheit den „Klimanotstand“ ausgerufen. Die Dringlichkeit, die dieser symbolische Akt ausdrückt, beschreibt völlig richtig eine Realität, die heute schon weltweit zu spüren ist und deren Ausmaß von morgen noch kaum vorstellbar ist.

Es nützt aber nichts, große symbolische Akte zu vollführen, wenn dem keine schnellen und wirkungsvollen Maßnahmen folgen. Die Steigerung der Energieeffizienz und die Energieeinsparung sind Pflichtprogramm und müssen so schnell wie möglich umgesetzt werden. Dabei dürfen gerne leicht erschließbare Potenziale vorangestellt werden, nach dem Motto lieber schnell 60% des Einspareffekts erzielt als langsam die 100% des Einsparpotenzials erreicht. Denn die Zeit ist knapp und schnellwirksame Maßnahmen tun Not.

Sind diese Potenziale erschlossen, wird weitere Einsparung und Effizienzsteigerung mühsam und teuer. Spätestens dann muss auf der Erzeugungsseite der Löwenanteil geleistet werden. Eine Wende hin zu 100% erneuerbarer nachhaltiger Energieversorgung sowohl im Strombereich (der durch die Sektorenkopplung weiterwachsen wird) als auch bei Wärme und Mobilität kann nur in Kombination mit dem schnellen und konsequenten Ausbau erneuerbarer Erzeugungskapazität gelingen.

Ein „Klimaschutzpäckchen“, wie es kürzlich von der Bundesregierung auf den Weg gebracht wurde, ist kein geeignetes Mittel, um einem Klimanotstand zu begegnen. Allein um den erforderlichen Beitrag Deutschlands für die Pariser Klimaziele, die Erwärmung der Erde auf 1,5 °C zu begrenzen, zu schaffen, müssen wir unsere Ausbaugeschwindigkeit der Erneuerbaren Energien vervierfachen. Dazu müssen Maßnahmen getroffen werden, die die Ausbaupfade von Wind und PV wieder auf die Größe vergangener Tage zurückbringt. Die Einführung einer neuen 1.000 m Abstandsregelung für Windkraft ist höchst kontraproduktiv. Das belegt der immense Schaden, welcher der Windkraft durch die 10H-Regelung in Bayern zugefügt wurde. Und zudem ist eine solche Maßnahme in einer Notsituation einfach nicht zu begründen.

Das Ausbremsen der Erneuerbaren Energien muss ein Ende haben, sonst machen wir uns lächerlich, weil wir trotz aller vollmundigen Versprechen nicht mal unseren eigenen bescheidenen Beitrag zur Klimarettung schaffen werden.

Die Bürgerenergiewende in Deutschland hat zwischen dem Jahr 2000 und heute extrem viel geleistet. Ohne Sie hätten wir heute keine Chance, das 1,5 °C Ziel mit vertretbaren Kosten zu erreichen, denn es gäbe Stand heute keine bezahlbare Technologie dafür. Lasst uns endlich wieder eine Nation von Pionieren für den Klimaschutz sein und unser Energiesystem schnell und nachhaltig auf 100% Erneuerbare Energie umstellen. Nicht, weil dieser Beitrag Prozentual den Klimawandel zurückdrängen kann. Sondern damit die Welt von uns lernen kann, wie eine 100% erneuerbare Energiewirtschaft funktioniert. Lasst uns durch diesen selbstlosen Beitrag ruhig positiv in der Staatengemeinschaft der Welt auffallen, die Investition wird sich am Ende für uns lohnen!

Florian Weh, GF renergie Allgäu e. V.

Energiewende: werden wir seit Jahren angelogen?


„Die Energiewende wird immer teurer, die EEG-Umlage steigt“, tönt die Stromwirtschaft seit Jahren. Bereits Minister Sigmar Gabriel rühmte sich der Eindämmung des Ausbautempos zugunsten moderater Strompreise. Er und seine Nachfolger im Amt, Brigitte Zypries bis 2018 und nun Peter Altmaier, haben die EEG-Novellen in den Jahren 2014 und 2017 zu verantworten und damit die Zerstörung der Bürgerenergiewende und den Verlust von Hundertausenden Arbeitsplätzen.

Inzwischen stellen wir den vollständigen Zusammenbruch der Erzeugungsinvestitionen bei Biogasanlagen, Solaranlagen und Windrädern fest. Begleitet von einer öffentlichen und meist polemischen Stimmungsmache gegen Erneuerbare Energien und folglich für die Renditeziele der fossilen Energiewirtschaft. Viele glauben inzwischen tatsächlich, Erneuerbare Energien seien teuer, unsozial und sogar umwelt- oder gesundheitsschädlich. Erst jüngst hat der CDU-Vorstand sogar die Abschaffung der EEG Umlage in Gänze gefordert.

Die brandneue Strompreisstudie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg räumt mit dem Kostentreiber-Mythos gründlich auf. Die Autoren Sebastian Kolb, Marius Dillig, Thomas Plankenbühler und Jürgen Karl gingen der Frage auf den Grund, wieviel Strom kosten würden, wenn es den Ausbau der Erneuerbare Energien niemals gegeben hätte. Die Wissenschaftler weisen nach, dass die Strompreise ohne Erneuerbare Energien und damit ohne EEG-Umlage um etwa 45 Prozent höher lägen. Was logischerweise bedeutet, dass die EEG-Umlage genau das Gegenteil dessen bewirkt, was ihr zur Last gelegt wird. Denn der Zubau an Erneuerbaren hatte eine konstant dämpfende Wirkung auf die Strompreis-Bildung an der Börse. Kein Wunder – schließlich haben Solar- und Windkraftanlagen keine Primärenergiekosten.

In der FAU-Studie wird in einer Rekonstruktion der Strompreise bestätigt, dass Erneuerbare Energien durch fallende Großhandelspreise den deutschen Endverbrauchern rund 40 Milliarden Euro gespart haben. Während den Menschen fortdauernd mitgeteilt worden ist, ihre hohe Stromrechnung käme von der Energiewende. Nicht überraschend angesichts einer massiven Subvention der energieintensiven Wirtschaft aus Mitteln der EEG-Umlage. Eine Entlastung, die, hält man sie für erforderlich, aus Steuermitteln zu finanzieren wäre. Zudem hätte die Stromversorgung ohne EE nicht jederzeit gewährleistet werden können. Bestätigt wird ebenso, dass mit den Ausbauzielen im EEG 2017 und des Energiesammelgesetzes sowie dem sogenannten Kohlekompromiss die CO2- Minderungsziele nicht erreichbar sind. Um die Klimaschutzziele zumindest annähernd zu erreichen, wird eine Vervierfachung der Ausbaugeschwindigkeit als notwendig gesehen. Eine Verdreifachung wäre notwendig, um die Börsenstrompreise bis 2023 auf 70 Euro pro Megawattstunde zu begrenzen.

Haben sich die Wirtschaftsverbände mit ihren permanenten Forderungen nach Reduzierung der Erneuerbaren Energien einfach nur dramatisch geirrt, oder handelt es sich um eine bewusste Strategie?

Ist die Bürgerenergiewende einfach zu erfolgreich und die Rendite der Stromkonzerne einfach zu klein geworden?

Klar ist jedenfalls: Wer bezahlbaren Strom haben möchte, braucht mehr Erzeugungsanlagen für Solar- und Windstrom. Wer Netzstabilität gewährleisten möchte, braucht Smart-Grid-Technologien, Speichermedien, Power-To-Gas-Langzeitspeicher und einen Ausbau der Biomasseverstromung als Netzdienstleistung. Es ist Aufgabe der Bundesregierung, die Konzepte und die Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Chance zur Erfüllung unserer Klimaschutzziele zu erhalten. Mit dem derzeitigen Maßnahmenpaket wird das Vorhaben scheitern!

Thomas Hartmann

Bild Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Energiewende steht still!


Windenergie in der Krise – völlig überraschend? Alle versierten Fachleute hatten vor Einführung des EEG 2017 vor der Ausschreibungs-Systematik gewarnt. Eingeführt wurde sie trotzdem und die Folgen treten jetzt halt ein. Sogar im Wirtschaftsministerium ist die Information schon angekommen: Im Jahr 2019 ist der Ausbau der Windenergie an Land praktisch zum Erliegen gekommen. Offshore-Wind und PV-Technik können das Defizit nicht annähernd kompensieren. Das Spitzentreffen von Bundesregierung, Ländern und Branche Anfang September brachte keine verwertbaren Ergebnisse. Währenddessen steigt der Stromverbrauch munter weiter an.

 

600 Millionen Megawattstunden beträgt der Stromverbrauch in Deutschland. Gegenüber 1990 ist das eine Steigerung von knapp 10 Prozent oder durchschnittlich 2,5 Millionen MWh im Jahr. Und nachdem Effizienzverbesserungen schnell durch immer mehr Energiedienstleistungen in den Stromsektor aufgezehrt werden, ist eine wirkliche Minderung des Stromverbrauchs auch nicht absehbar. Besonders bitter: Der Zubau Erneuerbarer Energieerzeugung beträgt im Jahr 2019 voraussichtlich nur noch 3,5 Millionen MWh.

Damit ist die Energiewende im Stromsektor in diesem Jahr praktisch zum Stillstand gekommen! Ursache dieser Entwicklung ist neben den seit Jahren schädlichen Rahmenbedingungen vor allem der Zusammenbruch des Windkraftausbaus.

Wir benötigen einen gesellschaftlichen Konsens, der ausreichend Raum für den Windkraftausbau schafft! Und zwar schnell! Arten- und Gesundheitsschutz sind ernsthafte Güter. Die überzogenen Argumente der Windgegner sind dagegen inadäquat. Allein der Straßenverkehr und übrigens auch der Flugverkehr verursachen ein Vielfaches an Vogel- und Insektensterben und außerdem sensationell mehr Infraschall. Verzichtet daher irgendjemand auf das Auto oder die Flugreise? Hat schon mal jemand nachgewiesen, dass man durch die 10.000fache Dosis an Infraschall beim Autofahren krank wird?

Es muss die Frage beantwortet werden, wie unsere Energieversorgung und unser lieb gewordener Komfort in Zukunft erhalten bleiben sollen, wenn zuerst Erdöl in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr zur Verfügung stehen oder zumindest nicht mehr bezahlbar sein wird. Stumpfe Verhinderung ist keine Lösung! Ganz ungeachtet der existenziell gewordenen Klimaveränderung erzwingt die Versorgungsfrage neue Wege. Manisch auf den alten Pfaden zu verbleiben, wäre perspektivlos und dumm.

 

Thomas Hartmann

Quelle EE-Zubau: Statistisches Bundesamt / renergie

Quelle Reichweite: http://www.klemmkasten.de/energie.htm

 

Dringender Aufruf zum Volksbegehren: Klimaschutz in Art. 141 BV aufnehmen!


Der Klimawandel zeigt sich überall und in einer Deutlichkeit, die keine Diskussion mehr zulässt: Wir müssen jetzt und unverzüglich alles dafür tun,  die drastische Klimaerhitzung zu stoppen. Das heißt: Wir müssen den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Klimagasen durch eine umfassende Energiewende schnellstmöglich auf Null reduzieren.

In der aktuellen politischen Debatte taucht die Notwendigkeit der Energiewende und des Klimaschutzes jedoch nur als Randnotiz auf. Das krachende Verfehlen der eigenen Klimaziele für 2020 bleibt ohne echte politische Konsequenzen.

Durch ihre Tatenlosigkeit und die aktive Verhinderungspolitik der Bayerischen Staatsregierung in Sachen Klimaschutz werden unsere Umwelt und damit die Lebenschancen der kommenden Generationen erheblich gefährdet. Hierdurch verstößt die Politik gegen den demokratischen und verfassungsrechtlichen Grundsatz, für die Lebensgrundlagen in Bayern nachhaltig Sorge zu tragen.

Daher braucht es jetzt ein entschiedenes Zeichen der bayerischen Bevölkerung!
Im Jahr 1984 war Bayern schon einmal Vorreiter in Deutschland und hat den Umweltschutz in die Landesverfassung aufgenommen. Jetzt kann Bayern deutschlandweit wieder Vorbild sein. Auf dem Wege der Volksgesetzgebung können die Menschen im Freistaat durch Ergänzung der Bayerischen Verfassung ihre Regierung und die staatliche Verwaltung auf den Vorrang des Klimaschutzes als Voraussetzung für den Schutz unserer Lebensgrundlagen verpflichten und zur Aufgabe allen staatlichen Handelns erklären.

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Deshalb: Klimaschutz in die Bayerische Verfassung!

Sammeln Sie mit uns Unterschriften! Die Unterschriftenliste können Sie bei uns bestellen oder selbst ausdrucken. WICHTIG: Vorder- und Rückseite müssen doppelseitig auf dasselbe Blatt gedruckt werden, da sonst die Liste ungültig ist!

Download Unterschriftenliste

oder direkt https://www.klimaschutz-in-die-verfassung.de/images/pdf/KidV_Unterschriftenliste_web5_sw.pdf


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Bitte sammeln Sie auf einer Liste nur Unterschriften von Menschen aus ein und derselben Gemeinde. Diese müssen in dieser Gemeinde wahlberechtigt sein.

Bitte beachten Sie Ablauf und Erläuterungen zur Unterschriftensammlung (PDF) und verwenden Sie den Rücksendebogen für ausgefüllte Unterschriftenlisten (PDF).

Vollständige Listen senden Sie bitte an folgende Adressen:
Volksbegehren „Klimaschutz in die Verfassung“
c/o Klimaschutz – Bayerns Zukunft e.V.,
Reibeltgasse 8
97070 Würzburg

cells energy – „3500 Kilowattstunden Strom, bitte“


Auf dem Marktplatz von renergie Allgäu kauft der Energie-Verbraucher beim Erzeuger seiner Wahl!

Bio-Obst, Gemüse, Fleisch oder Eier kann der konsumbewusste Kunde lange schon direkt beim Erzeuger seiner Wahl einkaufen. Seit März dieses Jahres gibt es nun auch einen Marktplatz für nachhaltig erzeugten Strom: Mit „cells energy“ hat der Kemptener Verein renergie Allgäu eine Online-Plattform geschaffen, auf der sich Verbraucher und Produzenten von Energie aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse ganz einfach vernetzen können. „Inzwischen hat sich der Marktplatz schon gut mit Leben gefüllt“, freut sich Geschäftsführer und Initiator Florian Weh über einen gelungenen Start der neuen Bürgerstrom-Initiative. 

 

Die Unterallgäuer Landwirte Andreas und Wolfgang Karrer gehörten zu den ersten, die sich auf dem „cells energy Marktplatz“ einen Händler-Stand sicherten: Sie bieten Strom aus ihrer 415 kW-Biogasanlage an, die sie mit regional erzeugter Biomasse speisen und mit deren Abwärme sie zusätzlich 120 Woringer Haushalte beheizen. Damit sorgen die beiden Familienväter schon heute vor für die Zeit, wenn ihre Anlage keine EEG-Vergütung mehr bezieht. Statt Direktvermarktung zum Börsenpreis ins große graue Stromnetz bauen die beiden Landwirte auf einen eigenen Kundenstamm, der ihren nachhaltig erzeugten Strom in Zukunft abnehmen wird.

„Wir sehen es als unsere Aufgabe, den Anlagenbetreibern auch nach dem Ende des EEG eine wirtschaftliche Perspektive zu bieten“, erklärt Florian Weh. Schließlich gelte es, auf dem Weg hin zur Energiewende alle verfügbaren Erneuerbaren Quellen zu nutzen und zu sichern. Neben den Landwirten Karrer präsentieren sich auf dem Marktplatz beispielsweise eine Wasserkraftanlage aus dem Oberallgäuer Weitnau, der Betreiber mehrerer Dachflächen-PV-Anlagen aus dem Raum Ulm, Windkraft aus Nordbayern und Dutzende weiterer Biogasanlagen im gesamten Allgäuer Raum.

Mit rund zwei Dutzend Erzeugern war der Marktplatz gestartet. Inzwischen bieten rund 60 Anlagen aus Südbayern und dem angrenzenden Baden Württemberg rund 141.000 Megawattstunden Strom an. Der Verbraucherkreis umfasste anfangs gut drei Dutzend Privatpersonen und mittelständische Unternehmen.  Bis zum Jahresende rechnet renergie Allgäu mit insgesamt 500 Kunden aus dem privaten und gewerblichen Bereich, die den Marktplatz der Erneuerbaren Energien und damit die Bürgerenergiewende stützen werden.

Der Einstieg ist ebenso einfach wie schnell: Unter https://marktplatz.cells.energy/ sind es nur wenige Klicks bis zur Auswahl von fünf Anlagenbetreibern und einem konkreten Angebot. Der Strompreis errechnet sich aus Grundpreis, Investitionsbonus (gezielt für den Anlagenbetreiber) und Arbeitspreis, der sich am viertelstündlich errechneten Börsenpreis orientiert. Aus den Erfahrungen der ersten sechs Monate lässt sich errechnen, dass die Kosten für einen Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden damit bei etwa 1.116 Euro liegen.

„Wobei unser Kunde genau weiß, welchen Erneuerbaren Energieerzeuger er bezahlt“, betont Florian Weh, Geschäftsführer der renergie GmbH, einer 100prozentigen Tochter des Vereins, die sich auch um alle Wechselformalitäten und Abrechnungen kümmert.

Direkt. Nachhaltig. Transparent. Immer die Bürgerenergiewende im Blick.

 

LEADER-Projekt – Reger Flugverkehr über der Silphie


LEADER-Projekt zeigt: Insekten lieben die Energiepflanze –
Auch immer mehr Landwirte finden sie immer interessanter

„Mal sehen, wie´s läuft“, lässt Johann Neth den Blick über sein Silphie-Feld südlich von Ruderatshofen schweifen. In wenigen Tagen sollen die sonnengelben Blüten geerntet werden – gemeinsam mit dem Mais ringsum. Der Ostallgäuer Landwirt ist einer von acht Teilnehmern am LEADER-Projekt „Mehr Vielfalt in der Energielandschaft mit Durchwachsener Silphie“. Und er weiß von seinen Kollegen aus den vier Allgäuer Landkreisen, dass es bei der Ernte immer wieder Probleme gibt mit den vierkantigen Stängeln. „Aber wir werden´s schon hinkriegen“, zeigt sich Neth beim Informationsabend an seinem Acker vor rund 20 interessierten Gästen ganz optimistisch.

 

Obwohl es allmählich kühl wird an diesem sonnigen Spätsommerabend herrscht immer noch reger Flugverkehr über den Blüten. Nicht nur Honigbienen lieben die nektarreiche Staudenpflanze, die ursprünglich aus Nordamerika stammt. Auch andere Insekten suchen sich hier gerne ihre Nahrung. „Im Jahr des Volksbegehrens für mehr Artenvielfalt spricht vieles für die Silphie“, freut sich Richard Mair über das Summen und Surren ringsum. Der ehemalige Vorsitzende und Gründer des Vereins renergie Allgäu leitet das LEADER-Projekt, mit dem in einem dreijährigen Versuch untersucht wird, wie sich die Silphie in den verschiedenen Allgäuer Landkreises bewährt.

Auch wenn derzeit noch keine konkreten Ernteergebnisse zum TS- oder Methan-Gehalt vorliegen – es melden sich schon vor Ende der Projektphase immer wieder Landwirte bei Richard Mair, die sich für die Dauerkultur interessieren. Weil sie ähnlich guten Erträge liefern soll wie der Mais, dazu aber auch noch eine ganze Reihe ökologischer Vorteile hat: Als Tiefwurzler beugt sie Erosionen und Auswaschungen ins Grundwasser vor und sorgt für eine gute Bodendurchlüftung.

„Die Pflanze empfiehlt sich ganz besonders für schwer zu bewirtschaftende Flächen“, ergänzt Projekt-Koordinator und Landschaftsökologe Uwe Kießling. Schon im zweiten Jahr nach der Ansaat seien keine Pflanzenschutzmaßnahmen mehr nötig. Die Silphie setzt sich auch ohne Herbizide mühelos gegen Unkräuter durch und erreicht bis zum Sommer eine stattliche Höhe von bis zu drei Metern.

Ganz so hoch ist sie heuer auf dem Feld von Johann Neth nicht gewachsen. Die Starkregen der letzten Wochen haben ihr offenbar ein bisschen zugesetzt. Trotzdem aber wird sie jetzt geerntet. Bevor sie verblüht und ihre Kraft in die Wurzeln zurückzieht. Diese Energie nämlich soll stattdessen in der Biogasanlage ihre Kraft entfalten und da für echten Grünstrom und gesunde (Ab)Wärme sorgen.

 

 

 

 

 

 

Zu den Bildern:

Richard Mair (rechts), Gründer des LEADER-Projektträgervereins renergie Allgäu, freut sich über den Artenreichtum am Silphie-Feld von Johann Neth (links) in Ruderatshofen. Nicht nur Honigbienen und andere Insekten lieben die nektarreichen Blüten, auch Kleintiere wie zum Beispiel Feldhasen suchen gerne Schutz zwischen den drei Meter hohen Blütenstängeln.

Workshop: Sicher in die Ausschreibung


Wir bereiten Ihre Biogasanlagen auf die Zukunft vor!


Mit dem Ende der EEG-Vergütung wartet auf Biogasanlagenbetreiber eine neue Herausforderung: Das Ausschreibungsverfahren. Es bietet derzeit die einzige Möglichkeit, die nicht länger geförderten Anlagen auf wirtschaftlicher Basis weiter zu betreiben, indem der Stromverkauf an den freien Markt heran geführt wird. Der Verein renergie Allgäu bereitet die Landwirte auf dieses Verfahren in einem Workshop am Dienstag, 1. Oktober, im Gasthof Laupheimer (Dorfstraße 19, 87784 Westerheim, Unterallgäu) vor. Anmeldung  ab sofort unter Telefon 0831-5262680-0 oder
info@renergie-allgaeu.de

Über 20 Anlagen hat der Verein renergie Allgäu  in den letzten zwei Jahren bereits durch das Ausschreibungsverfahren begleitet – bislang alle mit Erfolg. Stephan Ruile, Biogas-Fachberater des Kemptener Fachbüros, rät dazu, sich spätestens drei Jahre vor Ablauf der EEG-Vergütung auf die Ausschreibung vorzubereiten, um nicht in Zeitdruck zu geraten. Umso mehr, als sich inzwischen immer mehr Anlagenbetreiber an der Ausschreibung beteiligen und um Zuschläge bemühen.

Der Workshop am Dienstag, 1. Oktober,  von 13 bis 17 Uhr richtet sich vor allem an Betreiber, deren Anlagen im Jahr 2002 oder früher in Betrieb genommen wurden. Und ist  zwingend notwendig für all jene, die bis zum Jahr 2000 ans Netz gegangen sind und noch nichts unternommen haben. Sie müssen am 1. November dieses Jahres am Ausschreibungsverfahren teilnehmen, ansonsten droht ihnen ein Vergütungsausfall von mindestens fünf Monaten, ehe sie sich im April nächsten Jahres erneut bewerben können.

Inhalt des vierstündigen Workshops sind die „Formalia“ des Ausschreibungsverfahrens. Die Anlagenbetreiber werden Schritt für Schritt durch das bürokratische Prozedere begleitet – bis hin zu einer freiwilligen Plausibilitätsprüfung durch renergie Allgäu.

 

Weitere Informationen bei Biogas-Experte Stephan Ruile:
Telefon 0831-5262680-18 oder
Email sr@renergie-allgaeu.de