Fachgespräche mit Augenkontakt


Biogas-Infotage 2021– Ausstellung und Kongress von renergie Allgäu e.V. ziehen über 900 Besucher in die Messe Ulm

„Endlich!“ Dieser dankbare Stoßseufzer war oft und immer wieder zu hören bei den Biogas-Infotagen in der Messe Ulm. Eineinhalb Jahre nach der letzten Ausstellung im Januar 2020 konnte der Kemptener Verein renergie Allgäu endlich wieder seine Plattform bieten für Austausch, Fachgespräche und professionelle Beratung im persönlichen Kontakt. Rund 900 Biogasbetreiber nutzten die Gelegenheit, sich bei 115 Ausstellern in zwei Messehallen und Fachvorträgen in drei Foren über die neuesten Entwicklungen und Angebote zu informieren. „Weniger als in früheren Jahren“, so Thomas Hartmann, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins aus Kempten, „aber mehr, als wir angesichts der aktuellen Lage zu hoffen gewagt hatten“, spricht er von einer guten Resonanz und einem ermutigenden Signal für die Zukunft der Branche.

Redispatch 2.0, Flexprämie oder Flexzuschlag, Ausschreibung und Direktvermarktung –Biogasfachmann Alexander Lehr war am Messestand von renergie Allgäu im Dauer-Beratungseinsatz. Wenn auch mit Maske und hinter Plexiglasscheiben – „die Betreiber waren sehr erleichtert, endlich wieder Gespräche mit Augenkontakt führen zu dürfen.“ Zwar hatte es in den letzten Monaten zahlreiche digitale Beratungsangebote gegeben – „damit aber haben wir nicht alle erreichen können“, so Alexander Lehr. 

„Unsere Geschäfte laufen über persönliche Kontakte“, bestätigt auch Robert Höre, Gründer und Geschäftsführer des gleichnamigen Herstellerunternehmens für Biogas-Einbringtechnik. Seit 2004 hat seine Firma über 600 Anlagen ausgerüstet. Bei vielen davon stehen aktuell neue Investitionen zur Anlagenoptimierung an.  „Das lohnt sich!“, empfiehlt Höre seinen Kunden neue Motoren mit geringerer Antriebs- und gleichzeitig höherer Förderleistung  – nicht nur mit Blick auf Effizienz und niedrigere CO2-Emissionen, sondern auch, weil derartige Maßnahmen seit 2019 gezielt unterstützt und gefördert werden.

Vor allem das Modul 4 („Energiebezogene Optimierung von Anlagen und Prozessen“) der Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft kommt hier zum Tragen. Die renergie-Fachberater Isabel Hartmann und Christian Böhm informierten an beiden Messetagen sowohl am Stand wie auch in Kurzvorträgen über die wichtigsten Regelungen für diese Fördermaßnahme. Neben neuen Einbringtechniken werden auch der Austausch von Rührwerken und Folienhauben finanziell gefördert. Voraussetzung ist in jedem Fall ein Einsparkonzept, das durch einen BAFA-gelisteten Energieberater erstellt werden muss.

Das Interesse an derartigen Effizienzmaßnahmen ist sehr groß, wissen die Energieberater. Während es anfangs nur etwa zwei Wochen dauert von der Antragseinreichung bis zur Bewilligung warte man inzwischen bis zu zwei Monaten auf den BAFA-Bescheid. Auch Manuel Sontheimer vom Oberallgäuer Hersteller SUMA hatte während der beiden Messetage verschiedentlich Kundenanfragen zum Rührwerkaustausch.  Hier habe es große Entwicklungen gegeben: Immer größere Rührflüge, langsamere Laufzeiten und effizientere Motoren ermöglichen durchaus große Einsparmöglichkeiten. Allerdings sind diese nicht leicht zu berechnen, weil beispielsweise zwischen Schubkraft und Schubleistung unterschieden werden und neben der Drehgeschwindigkeit auch die Laufzeit beachtet werden muss. „Das ist für den Betreiber schwer zu ermitteln“, weiß Isabel Hartmann. Sie und ihr Kollege setzen darum auf enge Zusammenarbeit mit Herstellerfirmen, um mit deren Erfahrungen und Produkt-Angaben die Antragsstellung zu erleichtern und die Abläufe zu beschleunigen. Zusätzlich würden aktuell die Fördermöglichkeiten für Grafit-Abgaswärmetauscher geprüft, so die Fachberaterin.

Die Biogas-Infotage boten genau dafür die Gelegenheit: Austausch und Netzwerken mit Kollegen, Fachberatern und Kunden. „Auch wenn das hier eine der kleineren Messen ist – für uns gehört sie zu den wichtigsten Terminen im Jahr“, erklärt Miroslav Benka, Vertriebsleiter von Baur-Folien aus Wolfertschwenden. Nahezu jeder Besucherkontakt sei umsatzrelevant, weil ausschließlich interessiertes Branchenpublikum vor Ort sei. Sein Unternehmen profitiere vor allem von der zunehmenden Flexibilisierung im Biogasbereich, weil dadurch immer neue Gasspeicher gebraucht werden. Der neueste Trend in seinem Geschäftsfeld „textile Architektur“ sind übrigens lichtgraue Folien aus PELD (Polyethylen niedriger Dichte), einem extra chemiebeständigem Material, das noch dazu auch noch günstiger ist als frühere PVC-beschichtete Folien.

Um moderne Entwicklungen und innovative Technologien ging es auch in den drei Vortragsforen. Im Wissenschaftsforum, betreut von der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie der Universität Hohenheim, referierten Fachleute beispielsweise über alternative Substrate und Verbundfaserstoffe. Im Praxisforum sprach Dr. Helmut Loibl an beiden Tagen vor jeweils voll besetztem Saal über die Auswirkungen und Chancen des EEG 2021 für Bestandsanlagen. Und im Innovationsforum präsentierten Verbände und Unternehmer ihre neuesten Angebote.

Darunter auch Florian Weh, Geschäftsführer der renergie GmbH, die seit gut zwei Jahren mit ihrem Bürgerstrom-Marktplatz cells energy auf dem hart umkämpften Strommarkt ist, um Betreiberanlagen eine Perspektive für die Zukunft zu geben. Für einen Monatsbeitrag von 12,50 Euro können Erneuerbare Energieerzeuger sich auf dieser Online-Plattform präsentieren und Kunden für ihr Produkt gewinnen. Cells energy übernimmt dabei alle administrativen Aufgaben der Vermarktung und Abrechnung, während sich der Betreiber ganz auf seine Stärken als Energieerzeuger konzentrieren kann. Über 600 Verbraucher machen bereits von diesem Angebot Gebrauch, beziehen ihren Strom über cells energy und leisten damit einen Beitrag zum Fortbestand der Anlagen über die EEG-Förderung hinaus. 

Weitere Informationen zum Marktplatz von cells energy gibt es unter https://marktplatz.cells.energy/ . Die Biogas-Infotage 2022 finden am Mittwoch und Donnerstag, 23. und 24. März 2022, erneut in der Messe Ulm statt.

Online-Seminar: PV-Freiflächen und Agri-PV


Donnerstag, 20. Mai 2021
9:00 – 16:30 Uhr

Im aktuellen Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) ist für Strom aus Photovoltaik (PV) ein Ausbauziel von 100 GWp festgeschrieben. Das bedeutet nahezu eine Verdoppelung der bislang installierten Leistung, die zu 70 Prozent in Dachanlagen produziert wird. Darum soll nun der Ausbau von Freiflächenanlagen forciert werden. Um aber gleichzeitig nicht vermehrt Acker- und Grünlandflächen zu verbauen, sind für 2022 gesonderte Innovationsausschreibungen unter anderem für Agri-PV-Anlagen geplant: Dabei werden die Module horizontal oder vertikal aufgeständert, so dass darunter nahezu störungsfreie landwirtschaftliche Bewirtschaftung möglich bleibt.

Die Rahmenbedingungen für PV-Freiflächenanlagen und Agri-PV werden erläutert, der wissenschaftliche Hintergrund wird beleuchtet und auch die technischen Voraussetzungen erklärt. Ebenso die Finanzierungsmöglichkeiten für Freiflächenanlagen und auch Agri-PV. Außerdem stellen Vertreter verschiedener PV-Projektierer ihre Angebote und Möglichkeiten vor. Das Programm endet mit dem Erfahrungsbericht eine Freiflächenanlagenbetreibers und einer offenen Diskussionsrunde.

Anmeldung &Programm: https://renergie-allgaeu.de/wp-content/uploads/2021/05/Anmeldung-Freiflaechen-PV-und-Agri-PV-1.pdf

Online-Seminar: Vermarktung von Post-EEG-Anlagen


Donnerstag, 06. Mai 2021
14:00 – 15:30 Uhr
Online-Veranstaltung über ZOOM
kostenfrei

Themen sind:

  • Regionalvermarktung über den cells energy Marktplatz
  • Direkte Vermarktung an Industriekunden
  • Vermarktung über PPA (Lieferverträge mit Direktvermarktern)
  • Kooperation mit den Stadtwerken Landsberg
  • KfW-Förderung für Wallbox

Anmeldung unter: https://renergie-allgaeu.de/wp-content/uploads/2021/04/Anmeldung-Vermarktung-von-Post-EEG-Anlagen.pdf

Online-Seminar: Neue Chancen für Biogasanlagen


Neue Satelliten und Biomethan BHKW als Chance im EEG 2021

Mit dem neuen EEG 2021 sind zum Jahreswechsel auch für bestehende Biogas-Betriebe neue Chancen zur Weiterentwicklung entstanden. Energieexperten des Vereins und namhafte Fachleute aus Praxis und Forschung referieren über die wirtschaftlichen Prognosen und langfristigen Perspektiven, erklären die Ausschreibungspraxis für Satelliten BHKW und Biomethan-Anlagen, stellen Praxis-Beispiele vor und erläutern technische, ökonomische und ökologische sowie juristische Hintergründe.

Zwar deckelt die im EEG 2014 eingeführte sogenannte „Höchstbemessungsleistung“ die Stromerzeugung bei Bestandsanlagen weiterhin. Aber für neue Satelliten BHKW und Biomethan-BHKW bieten die EEG-Ausschreibungen wieder interessante Möglichkeiten. Allen voran die Erhöhung der Höchstgebote für neue Biogasanlagen um 2 ct/kWh und des FlexZuschlags von 40 € auf 65 € je Kilowatt installierter Leistung machen es wieder attraktiv, über Satelliten-BHKW neue Wärmesenken zu erschließen und die Versorgung von industriellen Kunden oder den Aufbau von Wärmenetzen voran zu treiben.

Hochflexible Biomethananlagen bieten außerdem eine spannende Ergänzung zu solchen Konzepten im Spitzenlastbereich mit Nähe zum Gasnetz. Der 1. Dezember ist ab sofort neuer Ausschreibungstermin für hochflexible BHKW dieser Art in der Südregion. Damit sollen ab 2022 die Netzengpässe zwischen Nord- und Süddeutschland reduziert werden. Mit einem Höchstgebot von 19 ct/kWh sind die BHKW bei geeigneter Wärmeabnahme nicht nur zur Stabilisierung des Netzes, sondern auch betriebswirtschaftlich interessant.

Online-Seminar: Neue Satelliten und Biomethan BHKW als Chance im EEG 2021
zum Programm
Dienstag, 20. April 2021
10:00 – 14:30 Uhr
Online-Seminar über Zoom
Teilnahmegebühr: 80,00 € für renergie Allgäu e.V. Mitglieder / 130,00 € alle anderen Teilnehmer

(Preise zzgl. gesetzlicher MwSt.)
Anmeldung erforderlich unter: zentrale@renergie-allgaeu.de

Neues Förderprogramm der Stadt Kempten


Der Kemptener Stadtrat hat im November 2020 ein kommunales Förderprogramm für energetische Wohngebäudemodernisierung beschlossen. Die Förderung ist an die Systematik und die Voraussetzungen der KfW-Förderprogramme gebunden. Die Förderungen sind kumulierbar.

Anträge können gestellt werden, wenn seitens der KfW-Bank eine Förderzusage im Zeitraum März 2021 bis Dezember 2022 vorliegt.

Gefördert werden Komplettsanierungen zu Effizienzhäusern mit dem Standard 40, 55 oder 70. Auch energetisch sinnvolle Einzelmaßnahmen oder Sanierungen zu Effizienzhäusern Denkmal (oder erhaltenswerte Bausubstanz) können gefördert werden.

Die Förderhöhe beträgt

  • 9.500,- € für eine Komplettsanierung zum KfW-EH 40
  • 3.000,- € für eine Komplettsanierung zum KfW-EH 55 bzw. KfW-EH Denkmal
  • 2.000,- € für eine Komplettsanierung zum KfW-EH 70
  • 500,-  pauschal für eine oder mehrere energetisch sinnvolle Einzelmaßnahmen.

Alle Informationen zum Förderprogramm gibt es hier:

https://www.kempten.de/forderprogramm-altbausanierung-24549.html

renergie Pool-Tag am 10.03.


Ihre Anlage fällt nach 20 Jahren aus dem EEG? oder
Sie planen an der Ausschreibung teilzunehmen? oder
Sie möchten Ihren Strom über den cells energy Marktplatz verkaufen?

Dann benötigen Sie die Direktvermarktung in unserem renergie-Pool!

In diesem Jahr nutzen wir unseren Pool-Tag ganz konzentriert dazu, unsere neue Pool-Betreuung vorzustellen und unser aktuelles, deutlich verändertes Portfolio an Vermarktungspartnern wieder neu zu präsentieren.

Mittwoch, 10. März 2021 – 09:00 bis 12:00 Uhr
Online-Veranstaltung über Zoom

Ausführliche Informationen & Programm

Förderung für Batteriespeicher


Unternehmen erhalten für Batteriespeicher bis zu 100.000 Euro Förderung

In einer Online-Übersicht hat Speicherhersteller Tesvolt die verschiedenen Förderprogramme der Bundesländer zusammengestellt. Die Höhen der möglichen Zuschüsse sind sehr unterschiedlich. Und auch beim Kleingedruckten müssen Unternehmen genau hinsehen.

Ausführlicher Artikel im PV Magazine

Workshop „Ausschreibungen nach dem EEG“


Am Donnerstag, 04. Februar findet von 10:00 – 15:00 Uhr ein Online Workshop zum Thema Ausschreibungen statt. Ausführliche Informationen, umfangreiches Arbeitsmaterial und qualifizierte Beratung erwarten Sie.

10:00 Uhr:
Begrüßung und Einführung
Florian Weh, renergie Allgäu e.V., Kempten

10:15 Uhr
Biomasse Ausschreibungen 2017-2019
Marktanalyse und Gebotsstrategie (Gebotswert)
Florian Weh, renergie Allgäu e.V., Kempten

11:00 Uhr
Zukunftsfähige Anlagenkonzepte/betriebswirtschaftliche Aspekte
Stephan Ruile, renergie Allgäu e.V., Kempten

12:00 Uhr
Mittagspause

13:00 Uhr
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Direkt- und Lokalvermarktung
Florian Weh, renergie Allgäu e.V., Kempten

13:30 Uhr
Vorstellung der Formalia & Gemeinsame Bearbeitung der Formulare zur Ausschreibungsteilnahme
Stephan Ruile, renergie Allgäu e.V., Kempten

14:30 Uhr
Meldung der teilnehmenden Anlagen im Markstammdatenregister mit Unterstützung der Referenten (bei Bedarf)

15:00 Uhr
Ende der Veranstaltung

Anmeldung unter: info@renergie-allgaeu.de

Flexibel in eine sichere Zukunft


Biogas Branche stellt sich neuen Herausforderungen – renergie Allgäu e.V. bietet Lösungen und Strategien.

Kempten (rena). „Flexibilität“ war das Schlagwort der „Biogas-Infotage kompakt“: Nachhaltig, bedarfsorientiert und klug gesteuert – so funktioniert nicht nur die Energieerzeugung aus Biogas. So flexibel reagiert die Branche auch auf die neuesten und sehr kurzfristig bekannt gewordenen Neuerungen im EEG 2021. Und so anpassungsfähig zeigte sich auch der Veranstalter renergie Allgäu, als er die renommierte Fachmesse kurzerhand in eine Corona-Kompatible digitale Vortragsreihe mit Online-Firmen-Präsentationen umwandelte, der im Sommer ein Fachkongress mit Messe folgen wird.

„Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen.“ Mit dieser Weisheit des griechischen Philosophen Aristoteles eröffnete renergie Geschäftsführer Florian Weh die zweitägige Bildschirm-Konferenz und versprach den über 100 Teilnehmern „Orientierungshilfe auf ihrem Weg durch Flauten und Stürme in den Biogas-Gewässern“. Vor allem das zu Jahresbeginn in Kraft getretene EEG 2021 mit seiner Vielzahl an Neuerungen sorgt bei den Anlagenbetreibern derzeit für viele Unsicherheiten. Allen voran durch die Streichung des Flex-Zuschlags für Betriebe die bereits Flexibilitätsprämie erhalten hatten, die laut Weh den Vertrauensschutz verletze. „Das können wir nicht hinnehmen, die Verrechnung der Flex-Prämie mit dem Flex-Zuschlag muss wieder weg!“, kündigte er die Einflussnahme des Vereins auf die Politik an.

Der Regensburger Fachanwalt Dr. Helmut Loibl konzentrierte sich in seiner Zusammenfassung vor allem auf die positiven Signale des umfassenden Gesetzestextes, ließ dabei die Schwachstellen aber nicht unerwähnt. So gibt es künftig zwei Ausschreibungstermine für Biogasanlagen, wobei der 1. September mitten in der Erntezeit liegt und damit landwirtschaftlich betrachtet nicht sehr vernünftig gewählt sei. Gleichzeitig wies Loibl auf „höchst befremdliche“ Änderungen bei der Zuschlagsvergabe hin, die im Jahr 2021 immer 20 Prozent der Anlagen unberücksichtigt lässt.

Auch das neue zulässige Höchstgebot von 18,40 ct/kWh habe einen „verfassungsrechtlich fragwürdigen“ Pferdefuß, weil der Flex-Zuschlag nur noch an jene Betreiber geht, die noch niemals Flex-Prämie beantragt hatten. Unabhängig davon, ob, in welcher Höhe und wie lange die Prämie überhaupt ausgezahlt wurde. Damit profitieren also nur Anlagen, die bisher keine Flex-Prämie geltend gemacht haben, von dem erhöhten Flex-Zuschlag.

Gegen diese Regelung will das Regensburger Anwaltsbüro Verfassungsbeschwerde einreichen und erwägt dazu die Gründung einer Interessengemeinschaft, die die Finanzierung für ein Musterverfahren übernehmen könnte. Interessierte Anlagenbetreiber können sich unter sr@renergie-allgaeu.de melden, um sich der Sammelaktion von renergie zur Unterstützung des Vorhabens von Loibl anzuschließen.

Alexander Lehr, Biogasfachberater beim Verein renergie Allgäu, sieht im neuen Gesetz zwar durchaus Weichen für den Weiterbetrieb von Biomasse-Bestandsanlagen gestellt, vermisst aber ein klares politische Bekenntnis für die Biogastechnologie und den Anreiz zur weiteren Flexibilisierung. Vor allem komplexe Genehmigungsverfahren und der Netzanschluss erwiesen sich immer wieder als problematisch, berichtete der Fachmann aus seiner Beratungspraxis. Neben den Anforderungen der DÜV und der 44. BImSch spielen auch die Sicherheits-Richtlinien der TRAS 120 eine wichtige Rolle für den erfolgreichen Weiterbetrieb der Anlagen, verwies Alexander Lehr auf die umfassenden Beratungsangebote von renergie Allgäu.

Dazu gehört unter anderem auch die Beratung über Förderprogramme für Energieeffizienzmaßnahmen bei Biogasanlagen. Renergie-Fachberaterin Isabel Hartmann stellte in dem Zusammenhang das BAFA Förderprogramm „Energieberatung Mittelstand“ vor, bei dem Einsparpotentiale und konkrete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung erarbeitet werden. Und das Modul 4 aus dem BAFA Förderprogramm „Energieeffizienz in der Wirtschaft“, in dem unter dem Stichwort „Energiebezogene Optimierung von Anlagen und Prozessen“ zum Beispiel der Rührwerksaustausch, eine neue Einbringtechnik oder Doppelmembran-Folienhauben bezuschusst werden. Die Fachleute von renergie Allgäu übernehmen für Interessenten die Komplettabwicklung der BAFA-Anträge inklusive des Energiekonzeptes, das dafür im Vorfeld verpflichtend vorgeschrieben ist.

Eine weitere Strategie, um Anlagen flexibel und nachhaltig für die Zukunft fit zu machen, stellte renergie-Berater Thomas Hartmann vor: Die Nutzung der Biogaswärme in eigenen Wärmenetzen. Auch dafür gibt es kfw-Förderprogramme und BAFA-Zuschüsse. Die zusätzlichen Wärmeerlöse tragen außerdem zur Wirtschaftlichkeit bei und können den Bestand der Anlage übers EEG hinaus sichern. Und auch die Kunden profitieren von der Erneuerbaren Wärme: Kein Platzverlust mehr im Keller durch große Heizanlagen, keine Wartungsaufgaben mehr, keine Abhängigkeiten mehr von fossilen Energieträgern – und das Ganze auch noch zu durchaus interessanten Preisen. „Ganz abgesehen von den ökologischen Vorteilen“, wie der Vorsitzende von renergie Allgäu betonte.

Einen ganz neuen Weg der Stromvermarktung zeichnete Geschäftsführer Florian Weh in seinem Vortrag: Er hat den cells energy-Marktplatz entwickelt, eine digitale Plattform für die Bürgerenergiewende. Unter https://marktplatz.cells.energy/ können sich Erzeuger von 100 Prozent Erneuerbarem Strom ihren eigenen regionalen Kundenkreis aufbauen und sich eine Perspektive für die Zeit nach der EEG-Vergütung schaffen. Und der Verbraucher hat die Chance, sich hier ganz bewusst und eigenverantwortlich seine persönlichen Stromerzeuger auszusuchen. In den ersten zwei Geschäftsjahren hat diese kleine Tochtergesellschaft von renergie Allgäu bereits knapp 600 Kunden, 120 Anlagen und Stromkunden mit rund 8 GWh Verbrauch gewinnen können sowie Kooperationsverträge mit fünf Direktvermarktern und Partnerschaften mit vier weiteren Energieversorgern.

Um innovative Ideen und technische Neuerungen ging und geht es auch in den Firmenporträts, die über die beiden Biogas-Infotage hinaus auf der Homepage des Veranstalters zu sehen sind. 30 Unternehmen präsentieren unter www.renergie-allgaeu.de in jeweils zwei bis drei Minuten langen Filmen ihre neuesten Angebote und jüngsten Entwicklungen. Einige von ihnen stellten ihre Produkte auch innerhalb der Vortragsreihen vor: Maximilian Geisberger von der gleichnamigen Gesellschaft für Energieoptimierung warb mit viel Leidenschaft und Überzeugung für das Biogas-BHKW als Notstromaggregat in Kaltdunkelflauten. Klaus Ascher, Inhaber des Westerheimer Agrartechnikunternehmens, erklärte die vielfältigen ökologischen Vorteile der zwar nicht neuen, aber dennoch zukunftsweisenden Gülleverschlauchung.  Johanna Merkenschlager von der fränkischen Enerpipe GmbH präsentierte einen Kompaktspeicher für Wärme und Brauchwasser. Und Clemens Maier von der Biogastechnik Süd GmbH definierte den Begriff der „regenerativen Landschaft“, in der die Mineraldüngerproduktion als dritte Komponente neben der Erzeugung von Strom und Wärme eine große Rolle im ökologischen und ökonomischen Kreislauf spielt.

Das gesamte Programm der zweitägigen Onlineveranstaltung wurde aufgezeichnet und steht ab sofort zur „Nachlese“ in Video- und pdf-Format zur Verfügung. Interessenten können sich über www.renergie-allgaeu.de oder info@allgaeu-renergie.de ein kostenpflichtiges Passwort besorgen und die Veranstaltung in aller Ruhe nachvollziehen. Dieses Nachlese-Ticket gilt dann zeitgleich auch als Eintrittskarte zu den Biogas Infotagen live, die am 7. und 8. Juli 2021 in der Messe Ulm stattfinden.

Biogas Infotage kompakt verpasst?


„Flexibilität“ war das Schlagwort der „Biogas-Infotage kompakt“: Nachhaltig, bedarfsorientiert und klug gesteuert – so funktioniert nicht nur die Energieerzeugung aus Biogas. So flexibel reagiert die Branche auch auf die neuesten und sehr kurzfristig bekannt gewordenen Neuerungen im EEG 2021. Sie hatten leider keine Gelegenheit die Biogas Infotage kompakt live zu besuchen? Kein Problem, wir haben die zweitätige Onlineveranstaltung aufgezeichnet diese und steht ab sofort zur „Nachlese“ in Video- und pdf-Format zur Verfügung.