Erreichbarkeit renergie Allgäu e.V.


Wir sind wie gewohnt für Sie da

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Biogasanlagen produzieren Strom flexibel und bedarfsgerecht


Dies zeigt eine Analyse im Auftrag der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), die von der Agrarservice Lass GmbH mit Hilfe des Flexperten-Netzwerkes durchgeführt wurde. Darin wird deutlich, dass die Einspeisesummen ausgewählter, zukunftsweisend flexibilisierter Biogasanlagen sehr genau den Strompreisen und der Residuallast folgen.  Bei hoher Netzbelastung ruhen die Biogas-BHKWs und machen das Netz frei für Wind- und Solarstrom. Biogas-Rohstoffe und die Biogas-Speicher werden so zu „Batterien“ für die Stromversorgung in Engpasszeiten.

Süddeutsche Biogas Fachtagung findet online statt


Biogas – regional und klimafreundlich

Intelligente Lösungen für eine nachhaltig sichere Zukunft

Die Biogasbranche ist trainiert darin, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen und ebenso innovativ wie konstruktiv darauf zu reagieren. Wegducken und Aufgeben ist auch in schwierigen Zeiten keine Lösung. Diesem Prinzip wollen auch wir von renergie Allgäu folgen und bieten unsere traditionelle Biogas-Fachtagung in diesem Jahr coronabedingt erstmals als digitale Veranstaltung an. Neues Format. Vertraute Inhalte. Denn Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit haben im Jahr 2020 nochmal eine besondere Bedeutung bekommen.  In Biogas steckt beides: Die Branche bietet 100 Prozent verlässlich 100 Prozent Erneuerbare Energie – auch in Krisenzeiten! Bei der Süddeutschen Online-Biogas-Fachtagung am Mittwoch, 18. November von 9 bis 16.30 Uhr stellen wir von renergie Allgäu viele Ideen und Lösungsansätze für eine nachhaltig sichere Zukunft vor.

Die Anmeldung erfolgt über unseren Software-Anbieter Zoom mit dem folgenden Anmeldelink:

Anmeldung zur Süddeutschen Online-Biogas-Fachtagung

Programm der 19. Süddeutschen Online-Biogas-Fachtagung

Kommentar zum Regierungsentwurf des EEG 2021

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Kommentar zum Regierungsentwurf des EEG 2021

Von Florian Weh

Positiv überrascht hat uns die erste oberflächliche Prüfung des neuen EEG Entwurfs. Kleine und Mittlere PV-Anlagen werden von den Ausschreibungen doch ausgenommen und die dringend nötige Anhebung der Höchstwerte für Biomasseanlagen um 2 ct/kWh wurde aufgenommen und eine Regelung für Bestandanlagen bis 150 kW und 80% Gülle angekündigt! Endlich setzt die Regierung wieder erste positive Signale, ein klares Bekenntnis Biomasse als wichtigen Baustein des Erneuerbaren Energien Mix und den Fortbestand der Bürgerenergie – richtig so!

Kleine Signale, die den Schaden bei weitem nicht wieder gut machen können, den die lange Durststrecke der Ausbremsung seit 2012 angerichtet hat. Aber umso wichtiger, dass sie endlich kommen! Das war dringend notwendig!

Hier einige wichtige Anpassungen seit dem Referentenentwurf:

Allgemein

  • Der Stromsektor soll schon in den 2040er Jahren Klimaneutral sein. Klingt gut, kann aber auch 2049 bedeuten. Viel zu zaghaft und nur durch starkes Bremsen des Ausbaus erreichbar!
  • Anlagen ab 1 kW sollten mit SmartMeter verpflichten ausgestattet werden. Gut, dass diese Anlagen für die Vermarktung, wie beispielsweise in unserem cells energy Marktplatz, fit gemacht werden. Aber bei Kleinstanlagen müssen zwingend Vereinfachungen geschaffen werden, um die Kosten minimal zu halten! Hoffnung besteht, da hierzu eine Kostentragungsregelung nachgetragen werden soll.
  • Der Abzug vom Marktwert für ausgeförderte Anlagen „Ü20“ reduziert sich bei Einbau eines SmartMeter. Es fehlt der viel wichtiger Innovationsanreiz anstatt einem Abstellgleis.
  • Die EEG-Umlagebefreiung wird nicht nach EU-Vorgabe auf 30 kW sondern nur auf 20 kW erhöht und auf 10 MWh Eigenverbrauch begrenzt. Das führt das Armutszeugnis einer Reihe von Gängelungen der Bürgerenergie leider fort, wenn nicht einmal die EU-Forderungen erfüllt werden. Die Bundesregierung vergisst, dass es die Bürger in Deutschland waren, die mit ihrem Pioniergeist und ihrer Investition die Entwicklung der Erneuerbaren ermöglicht haben! Jetzt ist es Zeit, dass die Bürger dafür belohnt werden!
  • Es gibt eine Verordnungsermächtigung, wonach Bestandsanlagen eine Anschlussförderung mit 80% Gülle und bis 150 kW erhalten sollen. Endlich! Die Regelung muss jetzt schnell auf den Tisch, damit die Anlagen planen können!

Biomasse

  • Die Höchstgebote für Neu- und Bestandsanlagen werden um 2 ct/kWh angehoben. Mit der Erhöhung des Flexibilitätszuschlags von 40 auf 60 @ je Kilowatt zusammen kommen wir zwar nicht in einen „Wohlfühlbereich“ für alle Anlagen. Offene Frage ist, was mit Anlagen geschieht, die schon einen niedrigeren Zuschlag haben!
  • Der Überbauungsfaktor für die Ausschreibungen wurde auf 2,23 erhöht (45% der installierten Leistung)
  • Die Realisierungsfrist wurde von 1 Jahr auf 3 Monate verkürzt (auch bereits erteilte Zuschläge!). Das ist sehr zu begrüßen, so können Betreiber auf die nächste Ausschreibung warten und die Vergütungslücke wird stark verkürzt.
  • Der Ausbaupfad wurde erfreulicher Weise auf 9,1 GW bis 2030 erhöht.
  • Neue Güllekleinanlagen sind bis 150 kW nicht mehr in der Stromerzeugung auf 50% begrenzt. Sie erhalten auch den erhöhten FlexZuschlag. Grundsätzlich zu begrüßen, es fehlt aber die Flexibilisierungsmöglichkeit über 150 kW und die Möglichkeit zur Teilnahme für Bestandsanlagen.

PV

  • Ausschreibungsvolumen für PV-Dachanlagen wurde stark auf 250 – 350 MW reduziert, im Entwurf standen bis zu 1,2 GW. Dafür bleiben die von Bürgern errichteten Dachanlagen bis 500 kW und Freiflächen bis 750 kW von den Ausschreibungen „verschont“. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!
  • Freiflächen entlang Autobahnen sollen erfreulicher Weise von 110 auf 200 m erweitert werden.

Windkraft

  • Neuanlagen können nun auch Nachbargemeinden mit in die Teilhabe einbeziehen und so die Akzeptanz fördern. Wir begrüßen diese Regelung.
  • Die Beteiligung der Bürger durch günstige Stromtarife scheint weggefallen. Uns ist dies unverständlich, die Gründe müssen noch geprüft werden. Bürgerbeteiligung ist Erfolgsentscheidend für die Windkraft, wertvolle Innovationsanreize sind somit weggefallen.

No planet B im Stadttheater Kempten


Nicht verpassen! Im Stadttheater Kempten wird derzeit das historische Scheitern der weltweiten Klima- und Energiepolitik in zwei mitreißenden Stunden pointiert auf die Bühne gebracht.
Klug. Entlarvend. Erschütternd und faszinierend zugleich.
Eine Inszenierung, die nachhaltig nachhallt! Und uns darin bestärkt, auf unserem Weg hin zu 100 Prozent Erneuerbar auf keinen Fall langsamer zu werden!
Weitere Spieltermine: 1., 4. und 8. Oktober.

#Bürgerenergie #Bürgerstrom #cellsenergy #Marktplatz #noplanetb #veränderungvonunten #nachhaltig #nichtverpassen

Klimastreik – wir sind dabei


Fridays for Future organisiert bundesweiten Klimastreik am 25.09. und wir sind in Kempten auf dem Hildegardplatz ab 13 Uhr dabei.

Schafft es die EEG-Reform duch den Bundestag werden die bereits gesetzen Klimaziele, z.B. Ausbau der Erneuerbaren Energien auf 65% bis 2030, nicht erreicht. Deshalb ruft Firdays for Future nicht nur Schüler und Jugendliche zur Klimademonstration auf. Jetzt sind alle Wählerinnen und Wähler gefragt, also auf geht’s Eltern, Großeletern, Tanten und Onkel.

https://www.klima-streik.org/

Gebäude-Energie-Gesetz tirtt am 01.11. in Kraft


Endlich! – möchte man sagen. Nach fast vier Jahren der fortwährenden Vertagung und Verschleppung, der Verlagerung der Zuständigkeiten und der Verantwortung ist es jetzt da: Das lange erwartete Gebäude-Energie-Gesetz (GEG). Am 1. November 2020 wird es Gesetzeskraft erlangen.

Der im Grunde notwendige große Wurf ist es gewiss nicht. Eher ein kleiner Hüpfer – mehr zur Seite als nach vorne. Das Wichtigste im Überblick:

  • Das neue Gesetz führt das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in einem Gesetz zusammen.
  • Das GEG verpflichtet BauherrInnen zur Nutzung von zumindest 15 Prozent Erneuerbarer Energie. Dazu zählen PV- und Solaranlagen, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und Brennstoffzellenheizungen, soweit Biomethan zu Strom und Wärme umgewandelt wird. Die Nutzung von Erneuerbarer Fern- sowie Abwärme zählen zu den Erfüllungsoptionen des Gesetzes.
  • Bei wesentlichen Renovierungen ist eine Energieberatung verpflichtend, wenn die Beratungsleistung unentgeltlich angeboten wird.
  • Die Erstellung von Energieausweisen wird besser qualifiziert. Künftig müssen auch die CO2-Emissionen angegeben werden.
  • Sogenannte Quartierslösungen für Gebäude in räumlichem Zusammenhang werden neu aufgenommen. Bis Ende 2025 wird es möglich sein, mehrere Gebäude bzw. einzelne Quartiere in Abhängigkeit voneinander zu betrachten. Maßnahmenkompensationen ermöglichen den Ausgleich innerhalb mehrerer Gebäude.
  • Ab 2024 wird die DIN V 18599 „Energetische Bewertung von Gebäuden“ alleinige Bilanzierungsregel und löst die DIN V 4108/6 und die DIN V 4701/10 ab.

Die zentrale Forderung zur Umsetzung der EU-Richtlinie über die „Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ wird damit nicht umgesetzt. In Artikel 2 Absatz 2 wird ein „Niedrigstenergiegebäude“ als Neubau beschrieben als ein „Gebäude, das eine sehr hohe, nach Anhang I bestimmte Gesamtenergieeffizienz aufweist. Der fast bei Null liegende oder sehr geringe Energiebedarf sollte zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen — einschließlich Energie aus erneuerbaren Quellen, die am Standort oder in der Nähe erzeugt wird — gedeckt werden.“ (Richtlinie (EU) 2018/844 des Europäischen Parlaments und des Rates)

Dieser Gebäudetyp verbleibt nach Auslegung der Unterzeichner(in) Merkel, Altmaier und Seehofer dort, was die EnEV bereits vor 5 Jahren vorgab. Zumindest 80 kWh/m² wären demnach nahe Null und 15 Prozent demnach ein ganz wesentlicher Teil. Wie damit in 2050 ein klimaneutraler Gebäudebestand erreicht werden soll, bleibt rätselhaft. Wieviel unabhängige und qualifizierte Energieberatung zum Nulltarif möglich sein kann, ebenso.

Die Anforderungen im Gebäudebestand bleiben weitgehend unverändert. Detailergänzungen bei einigen Regelungsdefiziten und bei Erweiterungsbauten sind in der Praxis nur selten relevant. Auch bei diesem Gesetzesabschnitt stellt sich die Frage, wie das Ziel eines klimaneutralen Bestandes in den nächsten Jahrzehnten erreicht werden soll, wenn die bislang weitgehend unwirksame Regelungssituation beibehalten wird.

Laut EU-Richtlinie 2010/31/EU Artikel 2 Absatz 1 Satz 5 sind die Mitgliedsstaaten zwar nicht verpflichtet, Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz festzulegen, die über die geschätzte wirtschaftliche Lebensdauer nicht kosteneffizient sind. Die praktische Erfahrung mit Niedrigenergie- oder Passivhäusern zeigt jedoch, dass die wirtschaftliche Amortisation der Mehrkosten bei typisch zwölf bis 15 Jahren liegt. Diese Nutzungsdauer erreicht jedes Gebäude und meist auch jede Anlagentechnik. Bei der Bestandssanierung ist der monetäre Rückfluss oft noch kürzer.

In der Novelle der EU-Richtlinie vom 30. Mai 2018 wird ergänzend festgelegt, dass jeder Mitgliedstaat eine langfristige Renovierungsstrategie bis 2050 zur Unterstützung der Renovierung des nationalen Bestands sowohl an öffentlichen als auch privaten Wohn- und Nichtwohngebäuden in einen in hohem Maße energieeffizienten und dekarbonisierten Gebäudebestand festlegt, mit welcher der kosteneffiziente Umbau bestehender Gebäude in Niedrigstenergiegebäude erleichtert wird. Auch dazu keine Aussage im neuen GEG.

Nähme der Gesetzgeber die selbst gesteckten Ziele und die Vorgaben der EU-Gesetzgebung ernst, müsste aus unserer Sicht folgendes festgelegt werden:

Neubau:

  • Gesetzliche Mindestanforderung gemessen an der EnEV2016 höchstens
    – 55 Prozent beim Transmissionswärmeverlust und
    – 40 Prozent beim Primärenergiebedarf.
    (das entspricht dem aktuellen Förderstatus KfW-EH 40 und 40+)
  • Ersatzweise Freistellung der Einhaltung Transmissionswärmeverlust, wenn Primärenergiebedarf bilanziell nachweislich Null.
  • Bilanzieller Einbezug des Primärenergiebedarfes für die Errichtung des Baukörpers über die geplante Nutzungsdauer (Berechnung Graue Energie).
  • Anhebung des Förderstatus für ein KfW-Effizienzhaus auf das Niveau KfW-PEH (Plusenergiehaus) mit einer Jahres-Energieerzeugung von mindestens 50 kWh/m² Nutzfläche bzw. KfW-PEH+ von mindestens 100 kWh/m² Nutzfläche (Berechnung gemäß aktueller Primärenergiefaktoren)

Sanierung:

  • Förderstatus für KfW-EH 100, KfW-EH 115 und KfW-EH Denkmal bezogen auf neue Mindestanforderungen
    (Anhebung H’T bei Baudenkmälern und besonders erhaltenswerter Bausubstanz: 200%)
  • Entfall Förderstatus für KfW-Effizienzhäuser 55, 70 und 85.
  • Ersatzweise Freistellung der Einhaltung Transmissionswärmeverlust, wenn Primärenergiebedarf bilanziell nachweislich Null.
  • Bilanzieller Einbezug des Primärenergiebedarfes für die verwendeten Baumaterialien über die geplante Nutzungsdauer der Sanierung.

Positionspapier zum EEG 2021


Das EEG 2021 hat als eine von vielen Novellen seit Einführung des EEG im Jahre 2000 eine besondere Relevanz. Denn es trifft zum ersten Mal Regelungen für die Zeit nach dem EEG und markiert damit auf besondere Weise den Beginn der nächsten Phase der Energiewende.

 

Daher ist es besonders wichtig, dass der Anfang September vorgelegte Referentenentwurf intensiv diskutiert und verbessert wird. Jetzt ist die Zeit, um ein Zeichen für den Klimaschutz und die schnelle Umstellung auf Erneuerbare Energien zu setzen anstatt zu verzögern. renergie Allgäu e. V. hat daher den wichtigsten Änderungsbedarf aus seiner Sicht in einem Positionspapier gefasst. Bitte nutzen Sie dieses Papier gerne im Gespräch mit Ihren Abgeordneten als Tischvorlage.

Positionspapier renergie Allgäu e. V. EEG 2021