Energiewende: werden wir seit Jahren angelogen?


„Die Energiewende wird immer teurer, die EEG-Umlage steigt“, tönt die Stromwirtschaft seit Jahren. Bereits Minister Sigmar Gabriel rühmte sich der Eindämmung des Ausbautempos zugunsten moderater Strompreise. Er und seine Nachfolger im Amt, Brigitte Zypries bis 2018 und nun Peter Altmaier, haben die EEG-Novellen in den Jahren 2014 und 2017 zu verantworten und damit die Zerstörung der Bürgerenergiewende und den Verlust von Hundertausenden Arbeitsplätzen.

Inzwischen stellen wir den vollständigen Zusammenbruch der Erzeugungsinvestitionen bei Biogasanlagen, Solaranlagen und Windrädern fest. Begleitet von einer öffentlichen und meist polemischen Stimmungsmache gegen Erneuerbare Energien und folglich für die Renditeziele der fossilen Energiewirtschaft. Viele glauben inzwischen tatsächlich, Erneuerbare Energien seien teuer, unsozial und sogar umwelt- oder gesundheitsschädlich. Erst jüngst hat der CDU-Vorstand sogar die Abschaffung der EEG Umlage in Gänze gefordert.

Die brandneue Strompreisstudie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg räumt mit dem Kostentreiber-Mythos gründlich auf. Die Autoren Sebastian Kolb, Marius Dillig, Thomas Plankenbühler und Jürgen Karl gingen der Frage auf den Grund, wieviel Strom kosten würden, wenn es den Ausbau der Erneuerbare Energien niemals gegeben hätte. Die Wissenschaftler weisen nach, dass die Strompreise ohne Erneuerbare Energien und damit ohne EEG-Umlage um etwa 45 Prozent höher lägen. Was logischerweise bedeutet, dass die EEG-Umlage genau das Gegenteil dessen bewirkt, was ihr zur Last gelegt wird. Denn der Zubau an Erneuerbaren hatte eine konstant dämpfende Wirkung auf die Strompreis-Bildung an der Börse. Kein Wunder – schließlich haben Solar- und Windkraftanlagen keine Primärenergiekosten.

In der FAU-Studie wird in einer Rekonstruktion der Strompreise bestätigt, dass Erneuerbare Energien durch fallende Großhandelspreise den deutschen Endverbrauchern rund 40 Milliarden Euro gespart haben. Während den Menschen fortdauernd mitgeteilt worden ist, ihre hohe Stromrechnung käme von der Energiewende. Nicht überraschend angesichts einer massiven Subvention der energieintensiven Wirtschaft aus Mitteln der EEG-Umlage. Eine Entlastung, die, hält man sie für erforderlich, aus Steuermitteln zu finanzieren wäre. Zudem hätte die Stromversorgung ohne EE nicht jederzeit gewährleistet werden können. Bestätigt wird ebenso, dass mit den Ausbauzielen im EEG 2017 und des Energiesammelgesetzes sowie dem sogenannten Kohlekompromiss die CO2- Minderungsziele nicht erreichbar sind. Um die Klimaschutzziele zumindest annähernd zu erreichen, wird eine Vervierfachung der Ausbaugeschwindigkeit als notwendig gesehen. Eine Verdreifachung wäre notwendig, um die Börsenstrompreise bis 2023 auf 70 Euro pro Megawattstunde zu begrenzen.

Haben sich die Wirtschaftsverbände mit ihren permanenten Forderungen nach Reduzierung der Erneuerbaren Energien einfach nur dramatisch geirrt, oder handelt es sich um eine bewusste Strategie?

Ist die Bürgerenergiewende einfach zu erfolgreich und die Rendite der Stromkonzerne einfach zu klein geworden?

Klar ist jedenfalls: Wer bezahlbaren Strom haben möchte, braucht mehr Erzeugungsanlagen für Solar- und Windstrom. Wer Netzstabilität gewährleisten möchte, braucht Smart-Grid-Technologien, Speichermedien, Power-To-Gas-Langzeitspeicher und einen Ausbau der Biomasseverstromung als Netzdienstleistung. Es ist Aufgabe der Bundesregierung, die Konzepte und die Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Chance zur Erfüllung unserer Klimaschutzziele zu erhalten. Mit dem derzeitigen Maßnahmenpaket wird das Vorhaben scheitern!

Thomas Hartmann

Bild Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

So schnell tickt die CO₂-Uhr


Die CO2-Uhr des MCC veranschaulicht, wieviel CO2 in die Atmosphäre abgegeben werden darf, um die globale Erwärmung auf maximal 1,5°C beziehungsweise 2°C zu begrenzen. Mit wenigen Klicks können Sie die Schätzungen für beide Temperaturziele vergleichen und sehen, wieviel Zeit im jeweiligen Szenario bleibt.

Hier geht es zur CO2-Uhr

Dringender Aufruf zum Volksbegehren: Klimaschutz in Art. 141 BV aufnehmen!


Der Klimawandel zeigt sich überall und in einer Deutlichkeit, die keine Diskussion mehr zulässt: Wir müssen jetzt und unverzüglich alles dafür tun,  die drastische Klimaerhitzung zu stoppen. Das heißt: Wir müssen den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Klimagasen durch eine umfassende Energiewende schnellstmöglich auf Null reduzieren.

In der aktuellen politischen Debatte taucht die Notwendigkeit der Energiewende und des Klimaschutzes jedoch nur als Randnotiz auf. Das krachende Verfehlen der eigenen Klimaziele für 2020 bleibt ohne echte politische Konsequenzen.

Durch ihre Tatenlosigkeit und die aktive Verhinderungspolitik der Bayerischen Staatsregierung in Sachen Klimaschutz werden unsere Umwelt und damit die Lebenschancen der kommenden Generationen erheblich gefährdet. Hierdurch verstößt die Politik gegen den demokratischen und verfassungsrechtlichen Grundsatz, für die Lebensgrundlagen in Bayern nachhaltig Sorge zu tragen.

Daher braucht es jetzt ein entschiedenes Zeichen der bayerischen Bevölkerung!
Im Jahr 1984 war Bayern schon einmal Vorreiter in Deutschland und hat den Umweltschutz in die Landesverfassung aufgenommen. Jetzt kann Bayern deutschlandweit wieder Vorbild sein. Auf dem Wege der Volksgesetzgebung können die Menschen im Freistaat durch Ergänzung der Bayerischen Verfassung ihre Regierung und die staatliche Verwaltung auf den Vorrang des Klimaschutzes als Voraussetzung für den Schutz unserer Lebensgrundlagen verpflichten und zur Aufgabe allen staatlichen Handelns erklären.

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Deshalb: Klimaschutz in die Bayerische Verfassung!

Sammeln Sie mit uns Unterschriften! Die Unterschriftenliste können Sie bei uns bestellen oder selbst ausdrucken. WICHTIG: Vorder- und Rückseite müssen doppelseitig auf dasselbe Blatt gedruckt werden, da sonst die Liste ungültig ist!

Download Unterschriftenliste

oder direkt https://www.klimaschutz-in-die-verfassung.de/images/pdf/KidV_Unterschriftenliste_web5_sw.pdf


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Bitte sammeln Sie auf einer Liste nur Unterschriften von Menschen aus ein und derselben Gemeinde. Diese müssen in dieser Gemeinde wahlberechtigt sein.

Bitte beachten Sie Ablauf und Erläuterungen zur Unterschriftensammlung (PDF) und verwenden Sie den Rücksendebogen für ausgefüllte Unterschriftenlisten (PDF).

Vollständige Listen senden Sie bitte an folgende Adressen:
Volksbegehren „Klimaschutz in die Verfassung“
c/o Klimaschutz – Bayerns Zukunft e.V.,
Reibeltgasse 8
97070 Würzburg

2. Branchentag Erneuerbare Energien Bayern


Als Gründungsmitglied des Landesvertretung Bayern (LEE) im Bundesverband Erneuerbare Energien gehört der Verein renergie Allgäu zu den Gastgebern des 2. Branchentags 2019. Am Freitag, 25. Oktober 2019 laden wir gemeinsam mit weiteren Fach- und Bundesverbänden erneut ins Kultur- und Kongresszentrum Taufkirchen ein, um über den aktuellen Stand der Erneuerbaren Energien in Bayern zu informieren, positive Beispiele aufzuzeigen und die weiteren notwendigen Schritte auf dem Weg hin zur erfolgreichen Energiewende zu diskutieren. Seit dem Ersten Branchentag 2018 ist viel passiert: Die LEE und der Solarverband Bayern wurden gegründet, wir haben im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums unseren Beitrag zum Energiegipfel Bayern geleistet (siehe eigener Bericht) und die Landesregierung äußert aktuell große Pläne, damit Bayern bis 2040 klimaneutral wird. Es ist also wieder Bewegung in die Erneuerbaren Energien gekommen. Eine Entwicklung, die wir nutzen, forcieren und zu einem erfolgreichen Abschluss bringen möchten.

Programm 2. Branchentag Erneuerbare Energien 2019
2. Branchentag EE Bayern – Anmeldeformular

Stellungnahme von renergie Allgäu


Veröffentlichung des Umweltbundesamtes „Biogasanlagen – Sicherheitstechnische Aspekte und Umweltauswirkungen“

In oben genannter Veröffentlichung bezieht das Umweltbundesamt Stellung zum Stand der Technik hinsichtlich Sicherheit und Umwelteinflüssen von Biogasanlagen. Durch den Spiegel vom 24.05.2019 wurde diese zitiert. Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich renergie Allgäu e.V.  für eine Energieversorgung auf Basis von erneuerbaren Quellen. Dabei nimmt die Biogastechnologie aufgrund ihrer Speicherfähigkeit und Vielseitigkeit eine Schlüsselrolle nicht nur im Bereich Strom und Wärme, sondern auch im Kraftstoffsektor ein. Von renergie Allgäu e.V. werden derzeit mehr als 400 Biogas Anlagenbetreiber im süddeutschen Raum mit Kerngebiet Allgäu Schwaben betreut.

Ein Großteil der Anlagen werden im landwirtschaftlichen Rahmen betrieben und tragen mit der Vergärung landwirtschaftlicher Reststoffe erheblich zur Emissionsminderung der Nahrungsmittelproduktion bei, welche besonders im von der Tierhaltung geprägten Allgäu eine wesentliche Stellung einnimmt.

Unfälle und schädliche Auswirkungen auf die Umwelt gilt es selbstverständlich in jeglicher Hinsicht beim Betrieb der Anlagen zu vermeiden. Wissenschaft, Industrie und Verbände arbeiten stetig daran, die Technologie zu verbessern. Renergie Allgäu schult dazu seit über 20 Jahren Anlagenbetreiber hinsichtlich Betriebssicherheit und betreut diese bei der Umsetzung gesetzlicher Pflichten.

Es gelten mehr als 300 gesetzliche Bestimmungen für den Betrieb von Biogasanlagen. Das allein zeigt, dass die Branche keineswegs unterreguliert ist. Vielmehr überschreitet die Komplexität der Regulierungen das landwirtschaftlichen Familienbetrieben zumutbare Maß. Dies treibt einen Strukturwandel von kleinen, dezentralen und besonders nachhaltigen Konzepte zu großen industriellen Anlagen voran, der nicht im gesellschaftlichen Konsens liegt. Wir fordern eine praxisgerechte Vereinfachung der regulatorischen Basis und die Beschränkung auf sinnvolle und wirksame Maßnahmen, um eine technologische Weiterentwicklung im landwirtschaftlichen Umfeld zu fördern. Wir Verbände intensivieren gerne auch auf Basis staatlicher Zuschüsse unsere Hilfestellungen für die landwirtschaftlichen Familienbetriebe.

Die Vermeidung von Methanemissionen liegt im wirtschaftlichen Eigeninteresse der Betreiber. Eine technische Weiterentwicklung der Anlagen erfolgt daher ständig und muss im gemeinsamen Dialog vorangetrieben werden. Als Grundlage dafür brauchen die Betriebe eine klare wirtschaftliche Perspektive und ein klares Signal der Politik, dass ihre Schlüsselrolle im Rahmen der Energiewende anerkannt wird, um weitere Investitionen in die Anlagentechnik zu ermöglichen. Wir lehnen im Rahmen dieses Prozesses die Verwendung reißerische Formulierungen wie „Gülle Tsunamis“ oder die Interpretation doch eher spekulativer Zahlen aus eigener Recherche ab, wie in der Studie des UBA geschehen. Um eine sachliche Debatte zu führen bedarf es der Diskussion, der Überprüfung der Faktenlage und in Folge dazu dem Finden geeigneter Lösungsansätze. Eine weitere Überregulierung ist kein wirksames Mittel für Verbesserungen.

Biogas ist Schlüsselbaustein der Energiewende und wird dies in Zukunft umso mehr werden. Ein klares politisches Bekenntnis zu der Technologie und ein Markt, der die tatsächlichen Systemdienstleistungen, welche die Technologie bietet, marktkonform vergütet, wird dazu führen, dass sich die Technologie weiterentwickelt und weiterhin höchsten Standards gerecht wird.

Biogas wird dann wesentlich dazu beitragen, dass die Erreichung der Pariser Klimaziele der Bundesrepublik ein Stück näher rückt und zugleich wird Deutschland die Vorreiterrolle auf den internationalen Märkten für diese wachsende Zukunftstechnologie weltweit behalten.

Holidays for Future


… weil Freitage allein fürs Klima nicht reichen!

Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe jugendliche Klimaretter und Umweltschützer!

Vielen Dank! Danke für Euren Einsatz und Eure Leidenschaft. Für Euren Mut und Eure Hartnäckigkeit, mit der Ihr Euch Woche für Woche für die Welt und die Zukunft stark macht. Mit „Fridays for future“ setzt Ihr ein starkes Zeichen dafür, dass unser Planet noch nicht verloren ist – weil es junge Menschen gibt, die für ihn auf die Straße gehen, die für ihn ihre Stimme erheben, die für ihn laut werden.

Ich möchte Euch danken – und ich möchte Euch gerne unterstützen! Weil Euer Anliegen auch meines ist. Seit über 25 Jahren setze ich mich für eine nachhaltige Zukunft ein, für Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und eine ressourcenschonende Lebensweise. Ich habe damals in Kempten den Verein renergie Allgäu gegründet, mit dem ich hier viele tolle Projekte anstoßen und positive Veränderungen bewirken konnte.

Dabei war es stets mein Wunsch, auch junge Menschen für diese Ziele zu gewinnen. Darum freue ich mich so sehr über Eure (Eigen)Initiative und möchte Euch zurufen: Macht weiter! Lasst nicht locker! Hört nicht auf! Auch nicht in den Ferien!

Lasst auf die Freitage mit Euren berechtigten „So nicht!“-Signalen einen Sommer der „So geht’s doch auch!“-Beispielen folgen!

Wie wäre es mit „holidays for future!“?

Zwei, drei, vier Wochen, in denen Ihr uns zeigt, wie nachhaltige, faire, ressourcenschonende und klimaneutrale Ferien aussehen können? Zum Beispiel hier im Allgäu!? Wo Ihr Spaß, Abenteuer, Erholung, Kultur und Sport miteinander kombinieren könnt, ohne Euren ökologischen Fußabdruck zu zerstören? Ich hätte Euch viele Vorschläge zu machen – und ich würde Euch auch gerne mit Menschen, Einrichtungen und Organisationen in Kontakt bringen, die Euch bei „holidays for future“ unterstützen könnten.

Interessiert!? Dann meldet Euch! Gerne an einem friday, genauso gerne aber auch an jedem anderen Tag. Denn Freitage allein werden uns nicht reichen, um die Welt zu retten.

Mit großer Vorfreude und ehrlicher Anerkennung für Euer Engagement,

Richard Mair
Gründer von renergie Allgäu e.V.

Kontakt: rm@renergie-allgaeu.de – 0831/ 5262680-12

Umfrage zu Vergärung von Gülle und Mist in Bayern


Die Bayerischen Ministerien für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wollen die Güllenutzung in Biogasanlagen stärken. Als Landesvertretung Erneuerbare Energien Bayern bzw. Renergie Allgäu e.V. und Fachverband Biogas e.V. spielen wir in Diskussionen immer dann eine Rolle, wenn wir Fakten beitragen können.

Durch die Vergärung von Gülle und Mist können Strom und Wärme erzeugt und Treibhausgase vermieden werden. Es werden dazu konkrete, repräsentative, bayerische Zahlen benötigt, die mit einer anonymen Umfrage erhoben werden sollen.

Der Fragebogen wird über die Landesvertretung Erneuerbare Energien Bayern, hier durch den Renergie Allgäu e.V. und Fachverband Biogas e.V. versendet. Die Daten werden von der Arbeitsgruppe Ökonomik erneuerbare Energien der LfL ausgewertet.

Verzichten Sie bitte auf Hinweise und Ergänzungen zu den Antworten, die einen Rückschluss auf Ihren Einzelbetrieb ermöglichen könnten. Sollten Sie in beiden Verbänden Mitglied sein, so senden Sie den ausgefüllten Fragebogen bitte nur ein Mal an eine der folgenden Fax /Email-Adressen zurück:

renergie Allgäu e.V.:                     E-Mail info@renergie-allgaeu.de oder Fax 0831 / 52 62 680 19

Fachverband Biogas e.V.:            E-Mail info@biogas.org oder Fax 08161 / 984670

 

Es wäre hilfreich, wenn Sie sich an der Umfrage beteiligen und diese bis zum 14. April 2019 zurücksenden.

Mit folgendem Vorgehen ist die Teilnahme in wenigen Minuten erledigt:

(1) Das Formular hier als PDF öffnen: Umfrage Vergaerung Guelle und Mist_Bayern

(2) Ausfüllen

(3) Am Ende der Seite die blaue Schaltfläche (info@biogas.org) oder (info@renergie-allgaeu.de) drücken

(4) Die sich öffnende E-Mail absenden. Fertig. (Hinweis: Die der E-Mail angehängte xfdf Datei enthält die Formulareingaben und kann mit einem Texteditor gelesen werden)

 

Vielen Dank im Voraus für Ihr Engagement und Ihre Mitarbeit.

 

Ihr                                                                                                     Ihr

Renergie Allgäu e.V.                                                                     Fachverband Biogas e.V.

 

Mitglied in der Landesvertretung Erneuerbare Energien in Bayern

renergie Allgäu e.V. erstmals auf der Agrarschau


Wir zeigen Gesicht und stehen Ihnen auf der Agrarschau Allgäu in Dietmannsried vom 11. – 15. April an unserem Stand Z226 im Messezelt von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr mit unserem Beratungsangebot zur Verfügung.

Ob Landwirt, Privatmann oder Kleinunternehmer – das Beratungsangebot von renergie Allgäu erreicht ein breites Spektrum der zu erwartenden Besuchergruppe. Der  Biogasanlagenbetreiber, der sich mit dem Gedanken der Flexibilisierung oder der Vorbereitung auf die Direktvermarktung beschäftigt findet hier genauso professionelle Unterstützung wie der Besitzer einer sanierungsbedürftigen Immobilie oder ein mittelständische Firmeninhaber, der seinen Betrieb energieeffizienter gestalten möchte.

Mit Stephan Ruile und Johannes Knöpfle sind zwei sehr erfahrene Experten vor Ort, die im Bereich Biogas und EEG-Richtlinien keine Antwort schuldig bleiben. Energieberater Thomas Brutscher steht für alle Fragen rund um die Energieberatung Mittelstand zur Verfügung, sein Fachkollege und Vereinsvorsitzende Thomas Hartmann berät Privatleute und Kommunen. Und alle gemeinsam haben sie freilich auch alle Förderprogramme und Finanzierungsangebote für Energie-Effizienz-Maßnahmen im Blick.

Auch Geschäftsführer Florian Weh wird an den fünf Messetagen immer wieder am Stand präsent sein und das neueste Angebot von renergie Allgäu vorstellen: cells energy, den Online-Marktplatz für die Bürgerenergie. Hier stellen sich Erzeuger von Erneuerbarer Energie aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse vor. Hier finden Kunden, die sich 100 Prozent nachhaltig und selbstbestimmt versorgen wollen, den
Anbieter ihrer Wahl.  Direkt, transparent und ohne Umwege. Ein ebenso innovatives wie einfaches Geschäftsmodell, das Stromanbietern und Verbrauchern erlaubt, die Energiezukunft selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu gestalten. Und das darüber hinaus seinen Beitrag dazu leistet, dass bestehende Energieerzeugungsanlagen auch über die zu Ende gehende EEG-Förderung hinaus erhalten und weiter ausgebaut werden. „Heute den Strommarkt von morgen gestalten“, lädt Sales Manager Martin Binzer alle Biogaslandwirte, PV-Anlagenbesitzer und Windkrafterzeuger zur Agrarschau ein, um sich an Stand Z 226 cells energy erklären und vorstellen zu lassen.

Gründungsveranstaltung der LEE Bayern


Rund 200 Gäste bei der Gründungsveranstaltung der Landesvertretung Erneuerbare Energien Bayern

Mit dieser Resonanz hatten die Organisatoren nicht gerechnet: Knapp 200 Teilnehmer waren der Einladung zur Gründungsversammlung der Landesvertretung Bayern des Bundesverbandes Erneuerbare Energien – kurz LEE Bayern (www.lee-bayern.de) – in den Bayerischen Landtag gefolgt. Die unterschiedlichsten Vertreter aller beteiligten Sparten waren erschienen – vom Betreiber einer Biogasanlage über den Hersteller von Solarmodulen bis hin zu Mitarbeitern der Stadtwerke München und der Green City Energy. Insgesamt neun Spartenverbände haben im Anschluss an die Redebeiträge die Gründungsurkunde unterschrieben. Darunter auch renergie Allgäu e.V., vertreten durch den Vorsitzenden Thomas Hartmann, Geschäftsführer Florian Weh, Beirat Franz Kathrein und Mitarbeiterin Angela Hartmann.

Raimund Kamm eröffnete als einer der Sprecher der LEE Bayern die Veranstaltung mit dem Hinweis, dass allein in der bayerischen EE-Branche mehr Menschen beschäftigt seien als in der gesamten Kohleindustrie in Deutschland. Bis vor 200 Jahren seien die regenerativen Energien die einzige Energiequelle in Bayern gewesen – „und in 30 oder 40 Jahren werden wir wieder dort angelangt sein“, gab sich Kamm zuversichtlich. Man dürfe sich allerdings nicht der Illusion hingeben, dass dies ohne Veränderungen in der Landschaft möglich sei. Nichtsdestotrotz sei der Wandel notwendig und unumkehrbar.

Die Präsidentin des Bayerischen Landtags Ilse Aigner begrüßte die Bündelung der einzelnen Kräfte der EE-Branche. Grundsätzlich sei sie ein Freund der Erneuerbaren. „Im Ziel sind wir uns meistens einig – nur auf dem Weg dorthin und bei der Umsetzung nicht immer“, erklärte Aigner und verwies darauf, dass der Landtag die Interessen aller Bürger vertreten müsse.

Auch Staatsminister Hubert Aiwanger freute sich „sehr sehr stark“ über die Gründung der LEE und die damit einhergehenden spartenübergreifenden Ansprechpartner für sein Ministerium. Die Gründung sei „ein historisches Ereignis – und wurde höchste Zeit.“ In seiner engagierten Rede versprach er neuen Schwung für die bayerische Energiewende. „Es muss wieder an den Stammtischen über die Energiewende geredet werden“, forderte der Minister. „Wir müssen die Menschen mitnehmen und für die Sache begeistern.“ Nur im gesellschaftlichen Konsens könne die Wende gelingen. Dabei verwies Aiwanger auch auf die noch immer gültige und im Koalitionsvertrag festgeschriebene 10H-Regelung für Windräder im Freistaat. Es sei für einen Kommunalpolitiker schwer, Windräder in seiner Gemeinde zu verkaufen. „Wir müssen die Akzeptanz zurück gewinnen“, betonte der Politiker. Geredet sei genug – „jetzt müssen wir es endlich umsetzen.“

Applaus bekam Aiwanger für seine Kritik am Ausbau der Übertragungsnetze. „Die Energiewende soll und muss dezentral sein – dann müssen wir auch nicht so viele teure Stromleitungen bauen.“ Damit der Umstieg auf die regenerativen Quellen klappt sei die Politik nun gefordert: „Es braucht Klarheit für den Anwender, er muss wissen was kommt“, unterstrich Aiwanger, „die Politik muss ehrlich an der Seite der EE-Branche stehen und Planungssicherheit geben.“

Die Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien Simone Peter freute sich über die „vielen engagierten Menschen im Flächenland Bayern“. Ihre Betrachtung der Energiewende ging über die Grenzen des Freistaats hinaus: mit dem Beschluss der Kohlekommission habe man nun zumindest einen Fahrplan, wenn auch mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner; aber immerhin seien alle mit im Boot. „Klimaschutz passt und gehört zum Industriestandort Deutschland“, hob Peter hervor. Jetzt gehe es darum, Perspektiven zu schaffen, Prosumer zu unterstützen, den Ausbau der Verteilnetze voranzubringen. „Deutschland ist das Land der Tüftler, Denker und Ingenieure – mit diesen Menschen ist die Energiewende zu schaffen.“

Gute Aussichten

Im finalen „Duett“ brachten es Dr. Petra Hutner vom Windverband und Hermann Steinmaßl als Vertreter der Wasserkraftverbände noch mal auf den Punkt: „Erneuerbare Energien in Bayern sind unterschiedlich, innovativ, motivierend, günstig, traditionell, verlässlich, stetig, grundlastfähig und selbstbewusst – viele Akteure mit noch viel mehr Potenzial.“ Es sei aber auch der Aspekt der Versorgungssicherheit zu beachten, für die vor allem die Netzbetreiber verantwortlich sind. Jede Branche und jede Region habe ihre besonderen Stärken, die es optimal zu nutzen gelte. Spätestens mit dem Ausstieg aus der Atomkraft im Jahr 2023 muss die Lücke klimafreundlich gefüllt werden. Sie forderten von der Politik Planungssicherheit und Rückendeckung.