Energiewende steht still!


Windenergie in der Krise – völlig überraschend? Alle versierten Fachleute hatten vor Einführung des EEG 2017 vor der Ausschreibungs-Systematik gewarnt. Eingeführt wurde sie trotzdem und die Folgen treten jetzt halt ein. Sogar im Wirtschaftsministerium ist die Information schon angekommen: Im Jahr 2019 ist der Ausbau der Windenergie an Land praktisch zum Erliegen gekommen. Offshore-Wind und PV-Technik können das Defizit nicht annähernd kompensieren. Das Spitzentreffen von Bundesregierung, Ländern und Branche Anfang September brachte keine verwertbaren Ergebnisse. Währenddessen steigt der Stromverbrauch munter weiter an.

 

600 Millionen Megawattstunden beträgt der Stromverbrauch in Deutschland. Gegenüber 1990 ist das eine Steigerung von knapp 10 Prozent oder durchschnittlich 2,5 Millionen MWh im Jahr. Und nachdem Effizienzverbesserungen schnell durch immer mehr Energiedienstleistungen in den Stromsektor aufgezehrt werden, ist eine wirkliche Minderung des Stromverbrauchs auch nicht absehbar. Besonders bitter: Der Zubau Erneuerbarer Energieerzeugung beträgt im Jahr 2019 voraussichtlich nur noch 3,5 Millionen MWh.

Damit ist die Energiewende im Stromsektor in diesem Jahr praktisch zum Stillstand gekommen! Ursache dieser Entwicklung ist neben den seit Jahren schädlichen Rahmenbedingungen vor allem der Zusammenbruch des Windkraftausbaus.

Wir benötigen einen gesellschaftlichen Konsens, der ausreichend Raum für den Windkraftausbau schafft! Und zwar schnell! Arten- und Gesundheitsschutz sind ernsthafte Güter. Die überzogenen Argumente der Windgegner sind dagegen inadäquat. Allein der Straßenverkehr und übrigens auch der Flugverkehr verursachen ein Vielfaches an Vogel- und Insektensterben und außerdem sensationell mehr Infraschall. Verzichtet daher irgendjemand auf das Auto oder die Flugreise? Hat schon mal jemand nachgewiesen, dass man durch die 10.000fache Dosis an Infraschall beim Autofahren krank wird?

Es muss die Frage beantwortet werden, wie unsere Energieversorgung und unser lieb gewordener Komfort in Zukunft erhalten bleiben sollen, wenn zuerst Erdöl in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr zur Verfügung stehen oder zumindest nicht mehr bezahlbar sein wird. Stumpfe Verhinderung ist keine Lösung! Ganz ungeachtet der existenziell gewordenen Klimaveränderung erzwingt die Versorgungsfrage neue Wege. Manisch auf den alten Pfaden zu verbleiben, wäre perspektivlos und dumm.

 

Thomas Hartmann

Quelle EE-Zubau: Statistisches Bundesamt / renergie

Quelle Reichweite: http://www.klemmkasten.de/energie.htm