LEADER-Projekt „Durchwachsene Silphie“ – zweites Projektjahr


Silphie interessiert nicht nur die Biene

Gute Zwischenbilanz nach zwei von drei LEADER-Projektjahren

Ein insgesamt positives Fazit stand am Ende des zweiten Jahres im LEADER-Projekt „Mehr Vielfalt in der Energielandschaft mit Durchwachsener Silphie“. Auch wenn die Erträge der ersten Ernte wie erwartet eher gering ausfielen – die Resonanz in der Bevölkerung war an allen acht Allgäuer Versuchsfeldern gut bis sehr gut gewesen. Die hochgewachsene gelbblühende Energiepflanze hatte neben Bienen, Insekten und kleineren Wildtieren immer wieder auch interessierte Besuchergruppen angelockt. „Genau das war und ist unser Ziel“, freute sich Richard Mair, Vorsitzender des projektleitenden Vereins renergie Allgäu bei der Jahresabschlussbesprechung.

An fünf der acht Versuchsfelder hatten im Laufe des zweiten Projektjahres öffentliche Informationsabende stattgefunden. Während die Silphie im Oberallgäuer Lauben dicht an dicht und bis zu drei Meter hoch in sonnengelber Blüte stand, hatte sie sich auf den kiesigen Flächen im Ostallgäu deutlich schwächer entwickelt. „Das lag vermutlich am extrem trockenen Sommer“, mutmaßte Landwirt Helmut Miederer aus Buchloe. Er hatte im Frühjahr außerdem mit relativ viel Unkraut zu kämpfen gehabt. Der Imker aber, der seine Bienenstände an der Silphiefläche aufgestellt hatte, sei regelrecht begeistert gewesen. „Er will nächstes Jahr auf jeden Fall wieder vor Ort sein.“

Auch Johann Neth aus Ruderatshofen berichtete von starkem Unkrautdruck im Frühjahr. Dennoch sei die Silphie auf seinem ein Hektar großen Feld ordentlich gewachsen und hätte mit 10 t Trockensubstanz auch ein ganz ordentliches Ernteergebnis eingebracht. „Und das wird im nächsten Jahr sicher noch besser“, kündigte Uwe Kießling an. Der Landschaftsökologe begleitet das Projekt als LEADER-Koordinator und steht in engem und regelmäßigem Kontakt zu allen beteiligten Landwirten und Projektpartnern.

In dieser Funktion wird er im nächsten und dritten Projektjahr weitere Öffentlichkeitsmaßnahmen und Feldversuche in den vier Allgäuer Landkreisen anregen.  Er dokumentiert auch alle relevanten Daten und Ergebnisse. Vor allem die Ertragszahlen seien dabei interessant, so Johannes Fischer, Klimaschutzmanager im Landratsamt Ostallgäu. Denn so überzeugend die ökologischen Vorteile der nordamerikanischen Dauerkultur als tiefwurzelnde und humusbildende Bienenweide auch seien, nur wenn sich die Silphie auch wirtschaftlich rechne, könne sie sich durchsetzen.

Die Allgäuer Landwirte jedenfalls zeigen sich jetzt schon interessiert. Der Westallgäuer Projektteilnehmer Johannes Schneider wird seine Anbaufläche 2019 nochmal erweitern. Und auch aus anderen Landkreisen liegen dem Verein renergie Allgäu bereits zahlreiche Anfragen für die Silphie-Aussaat vor.