Status Quo-Bericht und Handlungsoptionen
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hatte Anfang Juni einen Monitoringbericht in Auftrag gegeben, der einerseits einen Überblick über den derzeitigen Stand der Energiewende geben und andererseits Handlungsoptionen für die Zukunft anbieten sollte.
In gerade mal 12 Wochen untersuchten Fachleute des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) der Universität Köln und der BET Consulting Gmbh sechs Themenfelder der Energiewende: Zu erwartender Strombedarf, Versorgungssicherheit, Netzausbau, Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE), Digitalisierung und Wasserstoffhochlauf. Aus Zeitgründen konnte dabei nur auf bereits vorhandene Studien zurückgegriffen werden – die Ergebnisse brachten darum wenig Überraschendes.
In den genannten Handlungsoptionen betonen die Monitoring-Autoren vor allem die Notwendigkeit, den Smart-Meter-Rollout zu beschleunigen und die Flexibilitäten zu erhöhen. In diesen Punkten stimmen sie auch ganz mit der Einschätzung des BMWE überein, der zeitgleich und unabhängig vom selbst in Auftrag gegebenen Bericht einen eigenen Maßnahmenkatalog veröffentlichte, mit dem „Deutschlands Wirtschaft gestärkt“ werden soll. Und dieser Katalog weicht in einem bedeutsamen Punkt ganz entscheidend von den Ergebnissen des Monitoring ab: Während EWI und BET nämlich von einem Anstieg des Strombedarfs bis 2030 auf bis zu 700 TWh ausgehen, hält das BMWE am unteren Ende des errechneten Bedarfs fest und sieht entsprechend nicht die Notwendigkeit für einen ambitionierten Ausbau der EE und Netze, wie sie im Monitoring-Bericht festgestellt wird.
Der LEE zeigt sich in einer ersten Stellungnahme irritiert von diesem Missverhältnis und wertet die Aussagen des BMWE „weder als klares Signal für noch gegen die EE“, was die Branche weiterhin verunsichern könnte…
EWI & BET (2025): Energiewende. Effizient.Machen. – Monitoringbericht zum Start der 21. Legislaturperiode, im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

