Das EEG ist beschlossen!

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Am 17.12.2020 wurde die Novelle des EEG mit den Stimmen der Regierungskoalition im Bundestag beschlossen. Nachdem der Bundesrat am 18.12.2020 in seiner Lesung auf die Anrufung eines Vermittlungsausschusses verzichtete, kann das EEG 2021 nun zum 01.01.2021 in Kraft treten.

Zu begrüßen ist, dass die Regierungskoalition Wort gehalten hat und am 01. Januar Anschlussregelungen für Ü20 Anlagen in Kraft treten können. Kritisiert werden muss hierbei aber, dass dies erst wenige Tage vorab geschieht, hatte man doch seit März die Beratungen bis jetzt in die Länge gezogen.

Positiv zu werten sind auch viele (meist jedoch kleine) Signale in die richtige Richtung, die seit Jahren dringend erwartet und gefordert waren und nun – lieber spät als nie – endlich in Gesetzesform dokumentiert sind. So bleiben kleine und mittlere PV-Anlagen von den Ausschreibungen weiterhin ausgenommen und die dringend nötige Anhebung der Höchstwerte für Biomasseanlagen um 2 ct/kWh ist erfolgt. Eine Regelung für Biogas-Bestandanlagen bis 150 kW und 80% Gülle wurde angekündigt und damit ein klares Bekenntnis für den Fortbestand der Biomasse als wichtigen Baustein des Erneuerbaren Energien Mix geleistet. Und die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch wird in Anlagen bis 30 kW abgeschafft – richtig so!

Kleine Signale, die den Schaden bei weitem nicht wieder gut machen können, den die lange Durststrecke der Ausbremsung seit 2012 angerichtet hat. Weder kann man das EEG 2021 als einen „großen Wurf“ für die Energiewende bezeichnen, noch geschieht im Grunde ein ernstzunehmender Richtungswechsel.

Das Bekenntnis zum Ausbau der Erneuerbaren Energien als Teil des öffentlichen Interesses wurde aus dem Entwurf wieder gestrichen und das „Bürokratie-Monster“ Aussreicungen weiter ausgebaut und verkompliziert. Da man sich in der Regierungskoalition letztlich nicht einmal auf Ausbauziele einigen konnte, wurde die Novelle der Novelle gleich mit angekündigt. Damit dokumentiert die Regierung erneut, dass für sie der Klimaschutz lästige Pflichtaufgabe ist, die man lieber schiebt als mit Mut und Begeisterung vorangeht.

Insgesamt wieder ein Karges Ergebnis für die Energiewende, einige wichtige aber kleine Zugeständnisse für die Bürgerenergie aber Wende hin zu einem schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Wenigstens ein Bekenntnis für den Weiterbetrieb der Biomasse-Bestandsanlage ist erreicht, die Biogas-Branche kann durchatmen!

Detailauswertungen stellen wir für Beratungsmitglieder zur Verfügung.

Wir machen die klimaschonende Energiewende


Bei der ersten gemeinsamen Vorstandskonferenz der zwei süddeutschen Dachverbände für Erneuerbare Energien (EE) wurden Erfolge aufgezählt. Auch in Süddeutschland sind alle Techniken vorhanden, um Baden-Württemberg und Bayern zu 100 Prozent mit EE zu versorgen. Die in Ulm geplante erste gemeinsame Vorstandskonferenz der beiden jetzt zwei Jahre alten EEDachverbände fand im Internet statt.

Am Vorabend des fünften Jahrestages des Pariser Weltklimaabkommens zählte Raimund Kamm Erfolge auf: Die Erneuerbaren Energien haben in Deutschland seit dem Jahr 2000 zwei Drittel des Atomstroms verdrängt. Zugleich wurde die klimaschädliche Verbrennung von Kohle um 60 Prozent verringert.

Jörg Dürr-Pucher, Vorsitzender der Plattform Erneuerbare Energie Baden-Württemberg erklärte: „Wir haben im Süden Deutschlands mit dem Mix aus Wasserkraft, Bioenergie, Geothermie, Solar und Wind alles was wir brauchen. Jetzt muss die Nutzung gerade von Solar und Wind schwungvoll
ausgebaut werden. Die Technik und die Unternehmen stehen bereit.“

Ansprechpartner:
LEE Bayern
Raimund Kamm
Vorsitzender
0821-541936

Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg
Jörg Dürr-Pucher
Vorsitzender
0175-5724848

Franz Pöter
Geschäftsführer
0172-3439802

Biogasanlagen produzieren Strom flexibel und bedarfsgerecht


Dies zeigt eine Analyse im Auftrag der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), die von der Agrarservice Lass GmbH mit Hilfe des Flexperten-Netzwerkes durchgeführt wurde. Darin wird deutlich, dass die Einspeisesummen ausgewählter, zukunftsweisend flexibilisierter Biogasanlagen sehr genau den Strompreisen und der Residuallast folgen.  Bei hoher Netzbelastung ruhen die Biogas-BHKWs und machen das Netz frei für Wind- und Solarstrom. Biogas-Rohstoffe und die Biogas-Speicher werden so zu „Batterien“ für die Stromversorgung in Engpasszeiten.

Mehr als nur eine Namensähnlichkeit!


Wir gratulieren zu 20 Jahren Firma Rennergy Systems AG

und freuen uns über zwei Jahrzehnte enger Verbundenheit und bester Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, mit dem uns weit mehr verbindet als nur eine immer mal wieder Verwirrung stiftende Namensähnlichkeit.

Auch mit Blick auf die energetischen Zielen und ökologischen Ansprüchen können sich Rennergy und renergie die Hand reichen. Kein Wunder – schließlich gehört Firmengründer Alfons Renn zu den ältesten Wegbegleitern unseres Vereins und geht seit 1996 mit uns den Weg in Richtung 100 Prozent Erneuerbarer Energie.

Während sich sein Unternehmen der Entwicklung nachhaltiger Systemanlagen verschrieben hat, konzentriert sich unser Verein inzwischen auf unterschiedlichste Dienstleistungsangebote zugunsten einer Energiewende.

Unsere neueste Entwicklung in dem Zusammenhang ist der Bürgerstrom-Marktplatz cells energy: https://marktplatz.cells.energy/

Eine Plattform, auf der sich Verbraucher mit wenigen Mausklicks ihren ganz persönlichen Energieerzeuger aussuchen können, um ihren Stromkonsum ab sofort genauso nachhaltig und bewusst mitgestalten zu können wie die Wahl des geeigneten Heizsystems. Und gleichzeitig eine Chance für Erzeuger, um ihre Anlagen über die EEG-Vergütung hinaus wirtschaftlich weiter betreiben zu können.

Ob renergie oder Rennergy – dahinter stehen Ideen für eine nachhaltige Zukunft. Lasst sie uns weiter gemeinsam entwickeln und verwirklichen!

Florian Weh, Geschäftsführer renergie Allgäu e.V. und renergie GmbH
Thomas Hartmann, Vorsitzender renergie Allgäu e.V.

renergie Allgäu e.V.
Adenauerring 97 (Grünes Zentrum, 1. Obergeschoss)
87439 Kempten
Tel: 0831-5262680-0
info@renergie-allgaeu.de
www.renergie-allgaeu.de

renergie GmbH
Tel.: 0831-5262680-34
info@cells.energy
www.cells.energy

Süddeutsche Biogas Fachtagung findet online statt


Biogas – regional und klimafreundlich

Intelligente Lösungen für eine nachhaltig sichere Zukunft

Die Biogasbranche ist trainiert darin, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen und ebenso innovativ wie konstruktiv darauf zu reagieren. Wegducken und Aufgeben ist auch in schwierigen Zeiten keine Lösung. Diesem Prinzip wollen auch wir von renergie Allgäu folgen und bieten unsere traditionelle Biogas-Fachtagung in diesem Jahr coronabedingt erstmals als digitale Veranstaltung an. Neues Format. Vertraute Inhalte. Denn Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit haben im Jahr 2020 nochmal eine besondere Bedeutung bekommen.  In Biogas steckt beides: Die Branche bietet 100 Prozent verlässlich 100 Prozent Erneuerbare Energie – auch in Krisenzeiten! Bei der Süddeutschen Online-Biogas-Fachtagung am Mittwoch, 18. November von 9 bis 16.30 Uhr stellen wir von renergie Allgäu viele Ideen und Lösungsansätze für eine nachhaltig sichere Zukunft vor.

Die Anmeldung erfolgt über unseren Software-Anbieter Zoom mit dem folgenden Anmeldelink:

Anmeldung zur Süddeutschen Online-Biogas-Fachtagung

Programm der 19. Süddeutschen Online-Biogas-Fachtagung

Kommentar zum Regierungsentwurf des EEG 2021

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Kommentar zum Regierungsentwurf des EEG 2021

Von Florian Weh

Positiv überrascht hat uns die erste oberflächliche Prüfung des neuen EEG Entwurfs. Kleine und Mittlere PV-Anlagen werden von den Ausschreibungen doch ausgenommen und die dringend nötige Anhebung der Höchstwerte für Biomasseanlagen um 2 ct/kWh wurde aufgenommen und eine Regelung für Bestandanlagen bis 150 kW und 80% Gülle angekündigt! Endlich setzt die Regierung wieder erste positive Signale, ein klares Bekenntnis Biomasse als wichtigen Baustein des Erneuerbaren Energien Mix und den Fortbestand der Bürgerenergie – richtig so!

Kleine Signale, die den Schaden bei weitem nicht wieder gut machen können, den die lange Durststrecke der Ausbremsung seit 2012 angerichtet hat. Aber umso wichtiger, dass sie endlich kommen! Das war dringend notwendig!

Hier einige wichtige Anpassungen seit dem Referentenentwurf:

Allgemein

  • Der Stromsektor soll schon in den 2040er Jahren Klimaneutral sein. Klingt gut, kann aber auch 2049 bedeuten. Viel zu zaghaft und nur durch starkes Bremsen des Ausbaus erreichbar!
  • Anlagen ab 1 kW sollten mit SmartMeter verpflichten ausgestattet werden. Gut, dass diese Anlagen für die Vermarktung, wie beispielsweise in unserem cells energy Marktplatz, fit gemacht werden. Aber bei Kleinstanlagen müssen zwingend Vereinfachungen geschaffen werden, um die Kosten minimal zu halten! Hoffnung besteht, da hierzu eine Kostentragungsregelung nachgetragen werden soll.
  • Der Abzug vom Marktwert für ausgeförderte Anlagen „Ü20“ reduziert sich bei Einbau eines SmartMeter. Es fehlt der viel wichtiger Innovationsanreiz anstatt einem Abstellgleis.
  • Die EEG-Umlagebefreiung wird nicht nach EU-Vorgabe auf 30 kW sondern nur auf 20 kW erhöht und auf 10 MWh Eigenverbrauch begrenzt. Das führt das Armutszeugnis einer Reihe von Gängelungen der Bürgerenergie leider fort, wenn nicht einmal die EU-Forderungen erfüllt werden. Die Bundesregierung vergisst, dass es die Bürger in Deutschland waren, die mit ihrem Pioniergeist und ihrer Investition die Entwicklung der Erneuerbaren ermöglicht haben! Jetzt ist es Zeit, dass die Bürger dafür belohnt werden!
  • Es gibt eine Verordnungsermächtigung, wonach Bestandsanlagen eine Anschlussförderung mit 80% Gülle und bis 150 kW erhalten sollen. Endlich! Die Regelung muss jetzt schnell auf den Tisch, damit die Anlagen planen können!

Biomasse

  • Die Höchstgebote für Neu- und Bestandsanlagen werden um 2 ct/kWh angehoben. Mit der Erhöhung des Flexibilitätszuschlags von 40 auf 60 @ je Kilowatt zusammen kommen wir zwar nicht in einen „Wohlfühlbereich“ für alle Anlagen. Offene Frage ist, was mit Anlagen geschieht, die schon einen niedrigeren Zuschlag haben!
  • Der Überbauungsfaktor für die Ausschreibungen wurde auf 2,23 erhöht (45% der installierten Leistung)
  • Die Realisierungsfrist wurde von 1 Jahr auf 3 Monate verkürzt (auch bereits erteilte Zuschläge!). Das ist sehr zu begrüßen, so können Betreiber auf die nächste Ausschreibung warten und die Vergütungslücke wird stark verkürzt.
  • Der Ausbaupfad wurde erfreulicher Weise auf 9,1 GW bis 2030 erhöht.
  • Neue Güllekleinanlagen sind bis 150 kW nicht mehr in der Stromerzeugung auf 50% begrenzt. Sie erhalten auch den erhöhten FlexZuschlag. Grundsätzlich zu begrüßen, es fehlt aber die Flexibilisierungsmöglichkeit über 150 kW und die Möglichkeit zur Teilnahme für Bestandsanlagen.

PV

  • Ausschreibungsvolumen für PV-Dachanlagen wurde stark auf 250 – 350 MW reduziert, im Entwurf standen bis zu 1,2 GW. Dafür bleiben die von Bürgern errichteten Dachanlagen bis 500 kW und Freiflächen bis 750 kW von den Ausschreibungen „verschont“. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!
  • Freiflächen entlang Autobahnen sollen erfreulicher Weise von 110 auf 200 m erweitert werden.

Windkraft

  • Neuanlagen können nun auch Nachbargemeinden mit in die Teilhabe einbeziehen und so die Akzeptanz fördern. Wir begrüßen diese Regelung.
  • Die Beteiligung der Bürger durch günstige Stromtarife scheint weggefallen. Uns ist dies unverständlich, die Gründe müssen noch geprüft werden. Bürgerbeteiligung ist Erfolgsentscheidend für die Windkraft, wertvolle Innovationsanreize sind somit weggefallen.

No planet B im Stadttheater Kempten


Nicht verpassen! Im Stadttheater Kempten wird derzeit das historische Scheitern der weltweiten Klima- und Energiepolitik in zwei mitreißenden Stunden pointiert auf die Bühne gebracht.
Klug. Entlarvend. Erschütternd und faszinierend zugleich.
Eine Inszenierung, die nachhaltig nachhallt! Und uns darin bestärkt, auf unserem Weg hin zu 100 Prozent Erneuerbar auf keinen Fall langsamer zu werden!
Weitere Spieltermine: 1., 4. und 8. Oktober.

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